Tacheles

Tacheles

Mia.

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Mia. gehörten Ende der Neunziger Jahre zu den Vorreitern einer neuen deutschen Welle, die bis heute anhält. Mit "Tacheles" haben sie ihr fünftes Album veröffentlicht.

Mia. ist eine der Bands, die nicht künstlich von einer Plattenfirma zusammen gestellt wurde, sondern die von Anfang an ihr eigenes Ding gemacht hat. Deshalb prägten sie früh einen ganz eigenen Stil: Pop-Rockmusik, die auch im Club funktioniert und dank der prägnanten Stimme und Texte von Frontfrau Mieze auch im Kopf bleibt.

Das ist nicht jedermanns Sache und auf dem neuen Album hangelt sich Mieze wieder mit einigen Plattitüden und Poesiealbum-Metaphern durch ihre Songs, schafft aber immer wieder griffige Zeilen, auf die jede Werbeagentur neidisch wäre: "Ich könnt schon wieder..." (Fallschirm), "Es ist was es ist ist sagt die Liebe, was es ist fragt der Verstand" (Was es ist), "Dein zuckersüßer roter Mund lutscht alle Worte kugelrund" (Hungriges Herz). Mieze schafft es immer wieder, Gefühle in prägnante Schlagworte zu kleiden, die auch noch gut klingen - trotz deutscher Sprache. Und damit erweist sie sich als erste Anwärterin auf die Nachfolge der großen alten Dame der ersten neuen deutschen Welle: Nena. 

Und genauso wie Nena polarisieren Mia. auch auf ihrem fünften Longplayer "Tacheles". Entweder man liebt sie oder man findet sie einfach nur anstrengend. Dazwischen lassen Mia. nur wenig Raum und das ist immerhin viel konsequenter und mutiger als vieles, was derzeit an neuer deutscher Kuschelrock-Biederkeit im Radio zu hören ist. Die Single "Fallschirm" gibt's im Elektronik-Remix von Mia-Gitarrist Timtim kostenlos gegen ein Facebook-Like.

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