DOS

DOS

Michael Fakesch

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Mit Chris de Luca dekonstruierte Michael Fakesch als Funkstörung Pop- und Clubmusik zu einem stets hochgelobten schroffen Electronica-Sound. Für sein neues Solo-Album lässt er diese Phase hinter sich und widmet sich dem Digital-Funk.

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Eine kleine Überraschung ist „Dos“ schon: das offiziell zweite Solo-Album von Michael Fakesch holt selbstbewusst und mit eindringlichem Pop-Appeal den Funk ins Jetzt. Da wo Jamie Lidell, Taylor Savvy und Mocky angesetzt haben, knüpft Fakesch mit seinem neuen, quasi ebenbürtigen, Produktionspartner Taprikk Sweezee an. Allerdings fallen deren Songs – und ja, es sind tatsächlich (Pop-)Songs – etwas ungeschliffener, direkter und kühler aus. Das gibt Stücken wie „I Want It“ eine unheimlich anziehende Schärfe. Natürlich ist „DOS“ nur schwer im Formatradio vorstellbar, doch die Verbindung von eingängigen Hooklines, vertrackten Rhythmen sowie einem enormen Pool an kantigen Sound-Ideen emanzipiert sich von der bloßen Underground-Attitüde. Interessant ist Michael Fakeschs Definition von Funk: nicht die Ur-Fassung der Funk-Pioniere, sondern deren Einflüsse auf spätere Genres wie HipHop oder Techno faszinieren den Rosenheimer. Damit entgeht Fakesch der Anbiederung bzw. dem unnötigen Versuch Original-Sounds ins 21. Jahrhundert zu übersetzen. Vielmehr speist sich „DOS“ aus dem digitalen Funk, wie er auch bei Funkstörung durchschimmerte – jedoch um einiges offensiver. (jw)

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