Das Cover von "I Own You" von Mick Flannery

Mick Flannery - I Own You

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Mick Flannery wird auf seinem neuen Album vom gefühlsduseligen Geschichten-Erzähler zum Gesellschaftskritiker. Keine leicht zu verdauende, aber wichtige Verwandlung.

Download & Stream: 

“I Own You” ist Eintrag Nummer Fünf in der Diskografie des irischen Songwriters, der dank früherer Alben – besonders “Red To Blue” und “By The Rule” – schon den ein oder anderen prestigeträchtigen Staubfänger im Regal stehen hat und in Irland wohl keine Straße unerkannt passieren kann. Wo bei anderen Künstlern an diesem Punkt ihrer Karriere gern von “persönlichstem Album” zu lesen ist und scheinbar ein plötzliches Verlangen nach mehr Intimität entsteht, ist bei ihm genau das Gegenteil der Fall.

Mit dieser Platte verlässt Mick Flannery den gemütlichen, egozentrischen Kosmos, der alle seine bisherigen Veröffentlichungen geprägt hat. An die Stelle seiner deprimierten und verzweifelten Selbst tritt die Welt. Im Gepäck hat sie die Gesellschaft und all das Böse, das diese eben so mit sich bringt. 

Und gerade dieses “Böse” scheint Flannery nicht ruhen zu lassen. Aus den melancholischen Geschichten werden verzweifelte, wütende Ausrufe; in die lupenreine Songwriter-Geschichte schummeln sich plötzlich “Explizit”-Markierungen bei Spotify und iTunes.

Dabei ist “I Own You” absolut kein Album voller Protestsongs mit parolentauglichen Refrains und dem vermeintlichen Masterplan in der Jackentasche des Sängers. Nein, er prangert nicht – oder nur sehr subtil – an. Stattdessen dokumentiert er schonungslos aus der Sicht eines emphatischen weißen Mannes, der manchmal einfach nicht weiß, was das alles eigentlich soll. Damit liefert er ein politik- und kulturkritisches Statement, wie es die von EDM-Beats betäubte Hörerschaft noch viel öfter bräuchte.

“It seemed to just feed into the song, the lack of dignity that was afforded to that group of people. It was a social injustice.”

Weite Teile des Album sind vom Tod Freddie Grays und der Black Lives Matter Bewegung motiviert und inspiriert. Die Wut macht aber nicht bei den Texten Halt. Während des Schreibens der 13 Songs hörte Flannery, die Art Popmusik, die wohl am ehesten politisch ist: Rap. Gerade Kendrick Lamar und Kanye West seien riesige Einflüsse für sein Songwriting gewesen, erzählt er in Interviews. Der Beat rückt in den Fokus, die Gitarren und Piano-Parts verlieren an Bedeutung.

“I Own You” ist damit zwar kein klassischer Liebeskummer-Soundtrack, den sich der ein oder andere Fan vielleicht gewünscht haben mag; Grund zum Betrinken liefert das Album aber allemal!

“I Own You” erschien am 18.11.2016 bei Universal Music

Mick Flannery – Tourdaten:

  • 12.12. Frankfurt - Brotfabrik
  • 13.12. Köln - Studio672
  • 14.12. Hamburg - Kleiner Donner
  • 15.12. Berlin - Privatclub
  • 16.12. Nürnberg - Club Stereo TBC
  • 17.12. München - Milla

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