Mine - Das Ziel ist im Weg

Mine - Das Ziel ist im Weg

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Mit einer unverwechselbaren Stimme und einem äußerst frischen Sound spielt sich Mine seit ein paar Jahren durch die deutsche Pop-Landschaft. Nun erscheint ihr zweites Album "Das Ziel ist im Weg" und das könnte ihr Durchbruch werden.

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Als Die Orsons letztes Jahr ihre Knaller-LP "What's goes" veröffentlichten, fragten sich nicht wenige, wem diese dunkle, eindringliche Frauenstimme auf dem Song "Wasserburgen" gehört. Das einmalige Organ, welches sich auch schon auf gemeinsamen Tracks mit Samy Deluxe oder im Vorprogramm von Megaloh präsentieren durfte, gehört zu Mine. Dass viele Rapper Gefallen an Mines Popmusik gefunden haben, ist nicht verwunderlich, denn oft unterstützt sie ihre süßen Popsounds mit groovenden Drums oder durchbricht sie gleich mit heftigen Beatgewittern.

Wie in "Findelkind". Nach einem düsteren, Unheil verkündenden Start, der gemächlich in die Gehörgänge kriecht, artet der Song gegen Ende in einen rabiaten Electro-Sturm aus. Auch wenn sich Mines Stärke in ihrer langsamen Stimmkontrolle manifestiert, beherrscht sie auch schnellere Songstrukturen, was sie in "Essig auf Zucker" unter Beweis stellt. Treibend und sogar mit einigen Scratches versehen, macht der Song als zweites Stück auf dem Album nach dem guten, aber unspektakulären Opener "Anker" sehr viel Lust auf den Rest der Platte.

Die erste Single "Katzen" zeigt ebenso, was den Reiz an Mines Musik ausmacht: schwebende, langsame Strophen, eine gute Produktion mit einigen Synthie-Akzenten und hervorragende Texte abseits von Mainstream-Pop ("Ich bin Stahl und du bist Blei / ich bin groß und du bist klein / ich weiß, dass wir nicht gleich sind / aber nachts sind wir grau").

Mine bewegt sich stilsicher durch verschiedenste Einflüsse. Sei es ein südeuropäisch-inspirierter Chanson ("Hinterher"), der hip-hoppig angehauchte Titeltrack mit Fatoni und Dagobert oder das minimalistisch-zerbrechliche "Rot", die gebürtige Stuttgarterin verliert sich nicht in musikalischen Experimenten, sondern macht sich diese Vielseitigkeit mühelos zu eigen.

Mit tollen Texten und vielfältigem Pop-Sound, der zwischen Akustik-Gitarre und Dub-Step keine Grenzen kennt (siehe "Der fliehende Robert"), könnte Mine eine der Überraschungen des Jahres werden. Viele Künstler haben ihr Potential bereits erkannt und mit ihr gearbeitet, jetzt sollte auch Rest-Deutschland die Fähigkeiten der jungen Dame erkennen.

Vorsicht, diese Mine könnte jeden Moment in die Luft gehen.

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