Coda

MIT - Coda

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Twelve-Inches und EPs sind passe. Vorbei das Intro für die große Show: ein bewusstseinerweiternder Trip durch den Syntheziser-Kosmos. Aber mit Rock´n´Roll-Attitüde. Und mit Höhen und Tiefen. Wobei die Tiefen sich zumeist auf den Bass beschränken.

Auf sie mit Geschrei. Dem Pop-Spießertum den Staub aus den Boxen shouten. Sloganizing, Tracks meets Song und so. Es kommt eins zum anderen bei dieser Band. Schlichtes baut sich auf zum Komplexen - wie beim hier verlinkten "Park". Komm´, eine Tonspur geht noch. Melodie und Rythmus, bei dem man im Lindenberg´schen Sinne immer mit muss. Digitaler Weltschmerz, der sich in hippen Großstadt-Clubs auch mal die Kante geben darf. Apropos Kante, Verkopftheit ist MIT auch nicht fremd: "Schlägt´s halbzwei in der Nacht, wird ein Tag um die Ecke gebracht (...) schlägt´s halbzwölf mitten am Tag, wird eine Nacht nicht schlafend verbracht."

Das alles, vom Artwork bis zur Website, stilsicher bis in die letzte Note. Avantgardistisch, aber nicht provokativ. Wäre zu uncool. Mit einer Selbstsicherheit, die an Arroganz grenzt, werden Phrasen über Soundteppiche gelegt. Final übrigens abgemischt vom Berliner DJ und Produzenten Jack Tennis.

Letztlich darf man mal wieder die Idee der Polarisierung bemühen. Denn das Trio mit der Homebase in Köln dürfte ähnlich ankommen wie ihre Haute-Areal-Labelkollegen von The Aim Of Design Is To Define Space: geliebt oder gehasst, alles dazwischen wäre für sie wahrscheinlich eine Beleidigung.

Jan Schimmang / tonspion.de

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