Innocents

Innocents

Moby

Redaktionswertung: 
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Moby versucht sich auf seinem neuen Album „Innocents“ als Dienstleister. Für eine ganze Reihe von Gästen hat er Songs geschrieben, die so klingen, wie sich Moby einen typischen Song seiner Partner vorstellt. Eine Rolle, die ihm gut steht.  

Wie Unschuldige sehen die maskierten Figuren auf Mobys Album „Innocents“ nicht aus, musikalisch geht der Titel aber auf. „Innocents“ wirkt so, als hätte Moby seine Midlife Crisis überwunden und wäre als Hippie wiedergeboren worden. Seine Kommune sind ein halbes Dutzend Gastsänger.

Damien Jurado darf in „Almost Home“ so herzzerreißend schluchzen, wie auf seinem Album „Maraqopa“, Skylar Grey bleibt in „The Last Day“ so flüchtig, wie in ihren eigenen Songs. Höhepunkt der Moby Dienstleistungsgesellschaft: Das großartig alberne „The Perfect Life“ mit Flaming Lips Frontmann Wayne Coyne. Ein Song, der das Zeug zum Konzerthappening hat – für die Flaming Lips wohlgemerkt.

Moby - The Perfect Life (feat. Wayne Coyne)

Die Wandlungsfähigkeit von Moby scheint dabei so weit zu gehen, dass er im Video dazu all das imitiert, was man in Videos der Flaming Lips gerne findet: ein Haufen Freaks, nackte Haut und aufwändige Kostüme. „The Lonely Night“ mit Mark Lanegan, vorab als Single zum „Record Store Day“ veröffentlicht, klingt dagegen als wäre der Song bei den Sessions mit den Soulsavers übrig geblieben.

Und wo bleibt Richard Melville Hall? Er verschwindet hinter den ambienten Soundschleifen der instrumentalen Zwischenstücke und verliert sich in zuckrig-süßen Streichern. Seine Handschrift fehlt diesem Album, auf der anderen Seite wirkt Richard Melville dabei aber entspannter und zufriedener als zuletzt. Durchaus ein Verdienst von Produzent Mark „Spike“ Stent, mit dem Moby erstmals zusammengearbeitet hat. "Innocents" erscheint am 27.9.2013

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