Hello Mom

Hello Mom

Modeselektor

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Mit verschmitztem Lächeln wirbeln Modeselektor seit zehn Jahren alles durcheinander, was in der Geschichte der elektronischen Musik einmal als sicher galt. Das Berliner Duo ist nur ein schwer in Worte fassbar, zu schnell wechseln sie ihren Sound.

Und wie das so ist, gerade in dieser Unkonformität liegt auch ihr Markenzeichen – die Tracks aus gecutteten Vocals, derben Bässen und schnell wechselnder Beat-Salven lassen keine Genrezeichnungen zu. Mit Kombinationen wie Elektro-IDM, Booty-House, Tech-Rap, Ghetto-Bass oder Continental-Grime sucht das Label bpitch control einen Ausweg. Doch wofür Modeselektor tatsächlich stehen, zeigt sich erst beim Hören oder noch eindrucksvoller bei ihren Live-Shows. Im Herbst 2005 veröffentlichten Gernot Bronsert und Sebastian Szary das lang erwartete, immer wieder verschobene Debüt-Album „Hello Mom“. Es schien den teilweise ausufernden Sound-Eskapaden einen überschaubaren, geordneteren Rahmen zu geben, und es wirkt dennoch wie ein roher Diamant von beträchtlichem Wert. Modeselektor sind unangepasst, hoch energetisch und dabei grundsympathisch. Keine aufgesetzte Avantgarde-Attitüde, sondern ein wenig Proll-Style, der umso mehr auf Rocken aus ist. Für den Track „Silikon“ wurde die Jahcoozi-Sängerin Sasha Perera eingeladen. Herausgekommen ist ein dreckig-frickliger Grime-Kracher, den es als Free-MP3 gibt. (jw)

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