We Were Dead Before The Ship Even Sank

We Were Dead Before The Ship Even Sank

Modest Mouse

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Der Indierock ist tot? Mag sein. Aber hier ist noch eins seiner Überbleibsel, das frischer und lebendiger kaum klingen könnte: Modest Mouse mit The Smith’scher Erweiterung und ihrem besten Album.

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Morrissey-Kollege und Gitarrenlegende Johnny Marr entert den Modest Mouse-Kutter. Diese Besatzung aus britisch düsterem Indiepop der Achtziger und amerikanisch ungebügeltem Indierock der Neunziger versprach Großartiges. Und tatsächlich: Aus der alten durchgeschepperten Dame Modest Mouse wurde ein stattlicher, einladender Kreuzer. Das morsche Deck wurde geschruppt und von seinem Chaos, seinen an Drahtseilen lose befestigten Nervenenden und all seinem überflüssigem Balast befreit. Den bisherigen Modest Mouse-Alben konnte man über ihre gesamte Spielzeit ja eigentlich nie Eingängigkeit und Leichtverdaulichkeit bescheinigen. Viel zu widerwillig sperrte sich die Band um Kapitän Isaac Brock den Gewöhnlichkeiten. Natürlich ist von diesen auch auf ihrem fünften Album nichts zu hören. Aber das Deck der alten Dame Modest Mouse glänzt nun durch subtile Popuntermalungen, die Struktur und Leichtigkeit strahlen lassen. Kaum stachen Marr und die Mäuse-Matrosen damit in See, schon pfiff ihnen der Wind in die Segel: In den USA warf man den Anker an der Billboard-Spitze aus und auch in Deutschland segelte man in die Gewässer der ersten 70. “We Were Dead Before The Ship Even Sank” belebt den totgesagten Indierock und glänzt als das beste Modest Mouse-Album ihrer Geschichte. Danke, Johnny. (bb)

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