Deine Mutter

Moop Mama - Deine Mutter

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Moop Mama sind eine Blaskapelle, sind Marschfunk, sind sieben Bläser und zwei Schlagzeuger und ein Rapper. Sie sind ein Rap-Phänomen, das trotz der Menge an Metall hochbeweglich, spontan und flexibel ist und auf seinem Debüt zum Mitkommen einlädt.

Sie selbst beschreiben sich in "Geh Mit Uns" am besten: "Plötzlich hörst du diesen schrägen Ton. Du siehst 'ne Blaskapelle näher kommen. Und einer, der vorne läuft, hat ein Megafon und fragt: Kommst du mit? Wir gehen jetzt los." Moop Mama erscheinen, das ist die Idee, aus dem Nichts und reißen mit. Sie können die große Bühne und den kleinen Park bespielen, als Stimmungsgranaten mit erderschütterndem Sousaphonbass. Hier wie dort präsentieren sie lautstark ihre Version von Hiphop und Funk - in einem klassisch instrumentierten, pompösen und doch tragbaren Format.

Ihre Einmaligkeit, ihre Flexibilität und ihr Debütalbum haben Moop Mama mittlerweile zum Kulturthema zwischen Fußgängerzone und Cirkus Krone, zwischen Jazzfunk und Deutschlandfunk gemacht. "Deine Mutter" zeigt die lauten, leisen, aufgedrehten und entspannten Gesichter dieser Band. Creme-Fresh-Rapper Keno Langbein wütet, spricht, rüttelt auf oder ruht sich auf dem federnden Bett aus satten Bläsern auf, und immer wieder ist gute Laune das Ziel.

Zugleich zeigt "Deine Mutter" aber auch die noch einzureißenden Grenzen des Modells Moop Mama auf. Zum einen fehlt es im Langformat an echtem Wagemut und Spielerei - der tolle Wahnwitz des Konzepts trägt allein noch nicht die ganze Platte. Zum anderen, wesentlicheren, hat man oft das Gefühl, dass hier ein beeindruckendes Live-Phänomen, das gerade von seiner Beweglichkeit lebt, in eine starre Pose gezwungen wird. "Deine Mutter" kann nicht mehr als ein Versprechen und eine Einladung sein: Kommen Sie rum, schauen Sie sich das an. Aber noch viel weniger ist es weniger als das: Kommen Sie rum, schauen Sie sich das an.

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