Mount Kimbie - Love What Survives (Artwork)

Mount Kimbie - Love What Survives

Redaktionswertung: 
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schwach
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gut
sehr gut

Aller guten Dinge sind drei - gilt das auch für Mount Kimbie Alben? Lest in unserer Review, warum man der Qualität von "Love What Survives" eine multiple Persönlichkeit zusprechen muss. 

Download & Stream: 

Video: Mount Kimbie - We Go Home Together (feat. James Blake)

Kai Campos und Dominic Maker sollte man bis heute schlichtweg dankbar sein. Mit ihrem Debütalbum "Crooks & Lovers" haben Mount Kimbie 2010 das Genre des Post-Dubstep begründet und uns damit in gewisser Weise durch eine einfache Vorsilbe von einer inflationistischen musikalischen Bewegung befreit.

Zugegebenermaßen, Jahre später ist es ein Leichtes von oben herab über Dubstep zu sprechen, hat sich doch vermutlich jeder ein mal dabei erwischt, wie er einen Skrillex-Track irgendwie gut fand. Dennoch: Wenige Künstler haben die elektronische Musik in den Folgejahren so sehr beeinflusst wie Mount Kimbie. 

Der Nachfolger "Cold Spring Fault Less Youth" hatte nicht nur den internationalen Hit "Made To Stray", sondern gleichzeitig auch einen Stilwechsel im Gepäck. Das Album klang entschlossener und selbstbewusster als das Debüt. Mount Kimbie hatten die Entstehungsphase ihres Genres überwunden und wohl endgültig ihren eigenen Sound gefunden. Fast 5 Jahre später erscheint nun "Love What Survives" und wirft die Frage in den Raum, ob die beiden Briten ihren Stil ein weiteres Mal neu erfinden können. 

Video: Mount Kimbie - Blue Train Lines (feat. King Krule)

Die Singleauskopplungen waren bereits vielversprechend. Neben James Blake, dessen musikalischer Weg in gewisser Weise durch Mount Kimbies Vorarbeit geebenet wurde, zeigte sich auch Langzeit-Gefährte King Krule wieder von seiner besten Seite. Zusammen mit der dritten Auskopplung "Marilyn" samt Featuregast Micachu, wird hier bereits die experimentelle Bandbreite des Albums präsentiert. Mount Kimbie nehmen eine überraschend passive Produzentenrolle ein und kreieren indiviuelle Klangbilder für ihre Gäste, ohne dabei jedoch ihre ganz eigene Note außer Acht zu lassen.

Die Songs mit Gastparts werden durch dieses kreative Zusammenspiel sofort zu den Highlights des Albums, jedoch geraten dadruch Songs wie "SP12 Beat" und "Poision" derart in den Hintergrund, dass man ihren Platz auf dem Album schnell infrage stellt. Mit "T.A.M.E.D" und "Delta" gibt es zwar zweifelsfrei Songs die an den bekannten Stil anschließen, nichtsdestotrotz lässt "Love What Survives" stellenweise eine klare und durchdachte Linie vermissen 

Video: Mount Kimbie - Marylin (feat. Micachu)

"Love What Survives" als ein Gesamtprojekt zu bewerten, fällt schwer. Einerseits liefern Mount Kimbie zusammen mit ihren Gästen einzigartige Songs und zeigen eindrucksvoll, warum James Blake zu den besten Künstlern unserer Zeit gehört. Gleichzeitig wirkt es so, als wüssten sie auf einigen der Solo-Songs nicht genau, wo die Reise hingehen sollte. Wer dieses Album wirklich genießen möchte, muss sich zuerst von dem Gedanken verabschieden, einen Nachfolger zu "Cold Spring Fault Less Youth" geliefert zu bekommen.

Mount Kimbie zeigen an vielen Stellen, dass sie nach wie vor zu den interessantesten und kreativsten Künstlern unserer Zeit gehören, "Love What Survives" kann als Gesamtprojekt jedoch nicht vollständig überzeugen. 

Tracklist:

1. Four Years and One Day 
2. Blue Train Lines (feat. King Krule) 
3. Audition 
4. Marilyn (ft. Micachu) 
5. SP12 Beat 
6. You Look Certain (I’m Not So Sure) (feat. Andrea Balency) 
7. Poison 
8. We Go Home Together (feat. James Blake) 
9. Delta 
10. T.A.M.E.D 
11. How We Got By (feat. James Blake)

"Love What Survives" von Mount Kimbie erscheint am 8. September 2017 via Warp Records.

Im Novemeber 2017 könnt ihr Mount Kimbie zudem vier Mal im deutschsprachigen Raum live erleben:

10.11.17: Astra - Berlin
15.11.17: Flex - Wien
16.11.17: Muffathalle - München
17.11.17: Mascotte - Zürich

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