Go Go Smear My Poison Ivy

Go Go Smear My Poison Ivy

Múm

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Manch einer hatte sie schon abgeschrieben, was glücklicherweise etwas vorschnell war. Denn aus der totalen Reduktion heraus haben sie sich zu einem Septett gemausert: Múm sind zum Glück zurück.

Das letzte Album „Summer Make Good“ liegt nun schon über drei Jahre zurück. Seitdem ist viel passiert. So viel, dass es Kristín Valtýsdóttir ihrer Zwillingsschwester Gyda nach vier Jahren gleichtat und die Band im letzten Jahr verließ. Letztlich war Múm damit wieder zurück auf Null, sprich am Kern, von dem damals alles seinen Lauf nahm. 1998 war es, als die Frickler Örvar Smárason und Gunnar Tynes auf die besagten Schwestern trafen und zwei Jahre später mit „Yesterday Was Dramatic – Today Is Ok“ ganz fabulös debütierten. Fast eine Dekade später, nachdem man sie fast schon abgeschrieben hätte, überraschen Múm mit einem neuen Album – und einem siebenköpfigen Stab von Musikern. Und diese musikalische Masse und Expertise hört man deutlich auf „Go Go Smear The Posion Ivy“. Aber so seltsam der Titel auch anmutet, der vorab zu hörende Track verspricht Großartiges. „Dancing Behind My Eyelids“ klingt farbenfroh und ungewöhnlich sonnig für isländische Verhältnisse. Und tonale Einöde und Kälte sollte man hier ebenffalls nicht erwarten, haben Múm doch wieder facettenreich auf dem Feld des Pops experimentiert. In einem Wald aus Instrumenten und Sounds strahlt das Septett durch die Spitzen: eine sehr herbstliche Sommer– oder eben sommerliche Herbstmusik. Ganz wie man sie hören möchte. (bb)

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