Mumford & Sons - Delta

Mumford & Sons - Delta

Redaktionswertung: 
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Risikovermeidung: Unter diesem Schlagwort steht das neue Album der Folk-Stadion-Band Mumford & Sons. "Delta" will die alten Fans nicht verprellen und die neuen nicht verscheuchen, was dann halt bleibt ist der Werbeclip-Sound zu einer Hausratsversicherung.  

Der Eingangstrack "42" zum vierten Album der Mumford & Sons beginnt folkig, um sich im Laufe des Songs zu einer bombastischen Hymne zu steigern: Es ist, als ob das Lied einem sagen will, dass die Londoner inzwischen in einem Track alles können, wofür sie bislang drei Alben brauchten.

Wenn sie wollen sind sie nun eben Indieband UND Festivalheadliner zugleich, wie in einem Bewerbungsschreiben preisen sich die Musiker hier als aalglatte Alleskönner an. Für diese inzwischen anknipsbare Flexibilität hat unter anderem auch Produzent Paul Epworth gesorgt, der bereits mit Stars wie Florence + The Machine, Rihanna oder Adele arbeitete.

Video: Guiding Light

Zwischen vielen wohligen mehrstimmigen Indie-Folk-Balladen, hat der Song "Woman" noch die interessanteste sowie schönste Melodie auf "Delta" zu bieten: Hier grummelt leise vor sich hin und es entwickelt sich einen souligen Refrain, der sich warm ausbreitet und einmal kein Egal-Gefühl hinterlässt.

Dabei merkt man den Songs durchaus an, dass sie sorgfältig und überlegt gebaut wurden: Mumford & Sons trauen sich zum ersten Mal an Elektronisches, Experimentelles und Weltmusiksounds, packen aber auch wieder das altbewährte Banjo aus. So bewegt sich die Band permanent auf einem dünnen Hochseil, jedoch immer diszipliniert darauf achtend, nicht peinlicherweise in den sichernden Kissen der Beliebigkeit zu landen.

All zu sehr sind die Songs auf "Delta" so auf Sicherheit bedacht, alle neuen Ansätze werden schnell wieder glatt gebürstet, um ja nicht durch einen überraschenden Sprung zu verstören.

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