Loveless

My Bloody Valentine - Loveless

Redaktionswertung: 
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sehr gut

Als das zweite Album von My Bloody Valentine "Loveless" im Jahr 1991 erschien, war ihr Label am Rande des Bankrotts. Rund zwei Jahre perfektionierte Kevin Shields seinen "Wall of Sound" und schaffte somit ein einzigartiges Werk, das heute noch aus der breiten Masse heraus ragt.

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Inspiriert von The Jesus and The Mary Chain und Sonic Youth machten sich My Bloody Valentine Ende der 80er Jahre daran, die Grenzen der Rockmusik zu verschieben und neu zu definieren. Dröhnende Feedbackschleifen, verhallter Gesang und der vollständige Verzichte auf Refrains machte ihre Musik zur absoluten Sensation. Wer My Bloody Valentine hörte bewies Geschmack und war meilenweit entfernt vom öden Mainstream. 

Nie zuvor hatte man solch eine Musik gehört und auch danach wurde eine solche Platte auch nie wieder realisiert. Die Aufnahmen zu "Loveless" fanden in 19 Studios statt. Es wurde Schicht auf Schicht auf Schicht gelegt bis am Ende die einzelnen Tonspuren vollständig ineinander verschmolzen und aus reinstem Lärm die vielleicht schönste Kiffer-Musik der 90er Jahre entstand.

"Shoegaze" nannte die Pop-Presse diese Art von Bands bald, weil sie sich auf der Bühne kaum bewegten sondern auf den Boden starrten. Ein unschöner Begriff, der die grandios neue Musik der Band kaum würdigt.

Über 250.000 Pfund und zwei Jahre Zeit sollen die Aufnahmen gekostet haben und führten das Label Creaton Records an den Rand des Ruins, aus dem es sich, dank eines kommerziell vielversprechenderen Signings namens Oasis, wieder befreien konnte.

Auch die Band überstand die kräftezehrenden Aufnahmen nicht und traute sich erst 22 Jahre später wieder zusammen ins Studio, um den Nachfolger "mvb" aufzunehmen. Diesmal dank moderner Homerecording-Technik in deutlich kürzerer Zeit als damals. 

"Loveless" bleibt neben "Nevermind" von Nirvana, "OK Computer" von Radiohead oder "The Chronic" von Dr. Dre eines der wegweisenden Alben dieser musikalisch aufregenden Zeit. Ein Meilenstein. Und vielleicht das letzte progressive Rock-Album der Geschichte.

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