A Thousand Shark`s Teeth

A Thousand Shark`s Teeth

My Brightest Diamond

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Im Niemandsland von Michigan aufgewachsen, brav im Kirchenchor gesungen, strebsam Klavier gelernt und sowohl in der Klassik als auch der Opernmusik bestens bewandert. So viel Biederkeit kann nicht gut sein? Shara Worden beweist das Gegenteil.

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My Brightest Diamond nennt sich das Projekt ebendieser klassisch ausgebildeten Multiinstrumentalistin. Nachdem vor zwei Jahren das erste Album „Bring Me the Workhorse“ veröffentlicht wurde, erscheint nun der Nachfolger „A Thousand Shark’s Teeth“. Und ein weiteres Mal scheiden sich die Geister an Wordens Stimme: entweder man liebt oder man hasst sie. Wer zum Beispiel Portishead, Björk und Beth Gibbons stimmlich wie atmosphärisch nicht ertragen kann, wird hier definitiv auf keinen grünen Zweig kommen. Wer die besagten Referenzen aber vergöttert, der findet in „A Thousand Shark’s Teeth“ einen kleinen Schatz.

Düster, geheimnisvoll, in sich ruhend und lyrisch arrangiert verweben sich Streicher, Stimme und Stimmungen miteinander. Auch wenn der Opener "Inside A Boy" eine etwas rockigere Tonart trifft, so ist das gesamte Album doch durch und durch ruhig, elegisch und ätherisch. Man strudelt langsam in die Tiefe, wo ein herumschlawenzelnder Hai für Stunden um seine Beute kreist, sie aber nicht verspeist, sondern schützt. Musik, die wie eine märchenhafte, spannende Umarmung unter Wasser klingt und knistert. Derartige Metaphern klingen kitschig bis komisch, versuchen aber eben diese ganz besonderen Bilder in Worte zu fassen, die „A Thousand Shark’s Teeth“ hervorruft. Man nehme sich die Ruhe, tauche ein und sehe selbst.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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