Blank Project

Blank Project

Neneh Cherry

Redaktionswertung: 
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Neneh Cherry ist (fast) 50 Jahre alt. Ihr Lebenslauf liest sich so rasant, wie eine Aufarbeitung der letzten fünf Jahrzehnte aus pophistorischer Sicht. Hip-Hop. Jazz, Pop und Post-Punk schwirren dabei wild durcheinander und lassen sich auf Neneh Cherrys neustem Album „Blank Project“ wieder finden.

„Blank Project“ ist ein radikales und zunächst sprödes Album. Gemeinsam mit RocketNumberNine – dahinter stecken die beiden Brüder Ben und Tom Page, die nur mit Schlagzeug und analogen Synthies als Backingband u.a. für Four Tet fungieren – und Produzent Kieran Hebden (Four Tet) hat Neneh Cherry innerhalb von fünf Tagen zehn Songs eingespielt. Minimalistische Songs, die um Neneh Cherrys Lyrik und Stimme kreisen. Darin rappt sie mal kratzbürstig wie in den 80er Jahren, dann singt sie wieder so süß, wie in „7 Seconds“, um im nächsten Moment in den Tonfall von Slam-Poetry zu verfallen.

„Blank Project“ und das 2012 erschienen „The Cherry Thing“, ein Album mit jazzigen Coversongs, seien der Versuch, den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten. Diesen Verlust hat Cherry in ein selbstbewusstes, persönliches, forderndes, aber nie überforderndes Album verwandelt. In reduzierten Songs wie „422“ entwickelt Neneh Cherry eine Präsenz und Nähe, die einen selbst und die Sängerin umwirft. Nur um im nächsten Song „Out Of The Black an der Hand von Robyn wieder auf die Füße zu kommen und vorbehaltlos zu strahlen! Das ist groß und nahbar und alles andere als der erste Eindruck, nämlich spröde.

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