N.E.R.D - No_one ever really dies (Artwork)

NERD - No_One Ever Really Dies

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N.E.R.D. stehen mit ihrer fünften Platte "No_One Ever Really Dies" an der Schwelle zur Zukunft.

Dass N.E.R.D ihr fünftes Album „No_One Ever Really Dies“, also nach sich selbst betiteln, ist alles, nur kein glücklicher Zufall. Es eine Platte von Musiknerds für Musiknerds, eine Werkschau ihrer Genialität und zeitgleich ihr politischstes Album.

N.E.R.D. - Don't Don't Do It (feat. Kendrick Lamar)
„They tell you pull over, tell you get out your car / Don’t do it, don’t don’t do it.“

„Kites (feat. M.I.A. & Kendrick Lamar)" ist ein Manifest zur Solidarität mit Flüchtlingen und zugleich ein Aufruf zur Revolution. „1000 (feat. Future)“ ist eine Aufforderung zu mehr Vertrauen in sich selbst und schon diese drei Beispiele zeigen eines eindrucksvoll: die exorbitante popkulturelle Relevanz von N.E.R.D.. Die drei momentan wichtigsten Vertreter im Concious Rap geben sich auf „No_One Ever Really Dies“ die Klinke in die Hand.

Musikalisch changiert die Band – altbekannt – zwischen fast schon fröhlichen Indie-Rock („Deep Down Body Thurst“), einfach und bekömmlich, bis hin zu Flickenteppichen aus aufeinander geschichteten Beatcollagen, deren Komplexität trotzdem noch genug Sinn macht, um sich darin nicht zu verlieren („Rollinem 7's“).

N.E.R.D. - 1000 (feat. Future)

Es gab eine Zeit, da war das Produzenten-Duo The Neptunes für die musikalische Untermalung von fast der Hälfte aller Chartsongs verantwortlich. Sie reduzierten Hip-Hop auf seinen wesentlichsten Bestandteil: den Beat. Und bauten damit Mitte der 200er etlichen Acts ein musikalisches Rückgrat.

Egal, ob sie jetzt Britney Spears („I'm A Slave For You“), Justin Timberlake („Justified“) oder Madonna hießen, alle wären ohne die Soundentwürfen der Neptunes Mitte der 2000er wohlmöglich in der eigenen Vergangenheit gefangen gewesen.

Eine Bassdrum, minimalistische Percussion-Elemente und eine knackige Hi-Hat: Man könnte sagen, um erfolgreich zu bleiben musste die Musik der Stars und Sternchen moderner – und nimmt man den gleichzeitigen Aufschwung afrikanischer Roots-Musik dazu muss man sagen – schwärzer werden, damit sie relevant bleibt. Und die N.E.R.D.'s boten allen eine Alternative.

N.E.R.D. - Lemon (feat. Rihanna)

An manchen Stellen ist N.E.R.D.'s fünfte Platte teilweise unhörbar – nur um im gleichen Moment das Gefühl zu versprühen, dass ihr Hip-Hop-Groove-Gemisch alle Grenzen zu sprengen scheint. Verzerrte Gitarren treffen auf Off-Beats und wer die Musik in seine Einzelteile seziert, wird alles finden, nur keine leichtbekömmlichen Hits.

„No_One Ever Really Dies“ ist eine genauso facettenreiche Blaupause, wie Gorillaz' „Humanz“. Es wirft einen Blick in die Zukunft und bietet mehr als genug Material, um sich in in den folgenden Jahren sequentiell davon zu bedienen.

Am Ende sitzt der Hörer aber da, völlig erschöpft, ob der unzähligen Masse an kreativem Input und geht mit einem tiefen „Uff“ aus dieser Platte heraus. Aber einem mindestens genauso überwältigendem „Wow“!

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