The Eye Of Every Storm

The Eye Of Every Storm

Neurosis

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Gerade noch mit Vokalkontortionistin Jarboe unterwegs, sind Neurosis wieder ganz bei sich selbst. Bauen Mauern, legen Flächen, stellen schon einmal die eigene Stimme in den Mittelpunkt und kämpfen sich zu den titelgebenden Sturmaugen vor.

Wie immer auf dem eigenen Label Neurot Recordings erschienen, präsentiert “The Eye Of Every Storm” vor allem eine Band, die – cleveres Experiment hin, vertrackter Tapeloop her – selbst wieder Sturm sein will, wegfegen und reinigen können und dem unheimlichen Leisen häufiger einmal das mörderische Laute zur Seite stellen. Wüste Gitarrenfeedbacks verbinden sich zur orchestralen Fläche, viel Instrument, viel Lärm treibt voran, voran, voran, reißt Bäume und Zäune um. Mittendrin, über und unter allem, wälzt sich Gesang, beschreiben Tapeloops und Samples unstete Kreise. Schon der Opener “Burn” nimmt sie ganz auf sich, die Reise durch den Sturm. Es drückt und poltert, fällt auseinander. Man kommt in seinem Auge an, hält unsicher inne, wird wieder mitgerissen. Viel passender hätte dies hier nicht anfangen können, und so mancher spricht schon vom besten Neurosis-Werk in langer, langer Zeit. Wahr ist: So ungehemmt direkt hat diese Band schon lange nicht mehr auf alles eingeschlagen, hat hinter jeder Ecke Ruhe und Chaos erwartbar gemacht und die Freude auf all das, das noch kommen mag, so unverschämt geschürt. (sc)

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