Nick Cave & The Bad Seeds

Nick Cave & The Bad Seeds in der Berliner Waldbühne 2018

Nick Cave feierte am 22. September 2017 seinen 60. Geburtstag. Wir blicken zurück auf eine einzigartige Karriere mit seinen zehn besten Alben. Sofern so eine Auswahl überhaupt möglich ist.

Seit 1973 steht Nick Cave bereits auf der Bühne, zunächst mit seiner Schülerband Boys Next Door, ab 1980 mit Birthday Party. 1983 zog Cave nach Berlin, lernte den exzentrischen Punk Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten kennen und gründete mit ihm die Bad Seeds. Was danach kam ist Musikgeschichte. Heute zählen Nick Cave & The Bad Seeds zu den besten Livebands im Bereich der alternativen Musik. 

Hier die zehn besten Alben von Nick Cave & The Bad Seeds.

10. Skeleton Tree (2016)

"Skeleton Tree" entstand kurz nach dem Unfalltod von Nick Caves Sohn Arthur und zeigt einen leidenden Vater. Mit brüchiger Stimme trägt Cave seine Lieder vor und es ist nicht immer einfach, ihm dabei zuzuhören, wie er seinen Schmerz musikalisch verarbeitet

9. Abattoir Blues/The Lyre Of Orpheus (2004)

Nach einem der schwächsten Cave-Alben "Nocturama" (2003) und der Trennung von Blixa Bargeld als Gitarrist spielte sich Nick Cave mit seiner neu formierten Band in einen regelrechten Rausch und nahm mit "Abattoir Blues/The Lyre Of Orpheus" vielleicht sein unterschätztestes Album auf. So spielfreudig zeigten sich die Bad Seeds selten zuvor und das Material reichte sogar für ein Doppelalbum. Das Album mit 17 Songs wurde in nur 12 Tagen eingespielt.

8. From Her To Eternity (1984)

Auf seinem ersten Album mit den Bad Seeds übernahm Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten die Rolle als Gitarrist und prägte den neuen Sound von Nick Cave maßgeblich. "Ich wollte mich mehr auf die Texte konzentrieren und Blixa Bargeld für die Band zu gewinnen, machte einen riesigen Unterschied. Er ist ein völlig athmosphärischer Gitarrist, der sehr sparsam spielt und das gab mir den Raum zu atmen." (Nick Cave)

7. Push The Sky Away (2013)

"Push The Sky Away" ist ein spätes Meisterwerk von Nick Cave, das den einst so wilden Mann vollkommen verwandelt zeigte. Erstmals nahm sich Cave eine lange Auszeit von den Bad Seeds und holte sich offenbar neue Inspiration mit seiner Band Grinderman, wo er einmal mehr den wilden Mann geben durfte. Ganz anders auf "Push The Sky Away": So minimalistisch und zurückhaltend hatte man Cave nie zuvor gehört. Altersmilde? Vielleicht. Aber eben auch altersweise. 

6. My Funeral... My Trial (1986)

Bei seinem zweiten Album der "Berlin Trilogie" (neben "The Firstborn is Dead" und "Tender Prey" - das Coveralbum "Kicking Against the Pricks" mal ausgenommen) war Nick Cave auf dem Höhepunkt seiner Drogenkarriere. Als Heroin-Junkie hauste Cave in einer heruntergekommenen WG in Berlin-Schöneberg und ließ sich von der unwirklichen Athmosphäre im eingemauerten West-Berlin der 80er Jahre treiben. Wim Wenders brachte Cave in seinem Meisterwerk "Der Himmel über Berlin" ("Wings of Desire") erstmals auf die große Kino-Leinwand.

5. Let Love In (1994)

"Let Love In" ist vielleicht das ausgefeilteste Album in der Karriere von Nick Cave. War der frühe Sound noch kantig, roh und verwaschen, ist hier alles glasklar und fett auf den Punkt produziert. Herausragend: der "Murder Ballads"-Vorbote "Red Right Hand", inspiriert von einem Gedicht von John Milton.

4. The Boatman Call (1997)

"The Boatman Call" ist das erste Album für das sich Nick Cave sich keine Geschichten ausdenken musste, sondern ganz offen über die schmerzhafte Trennung von seiner Frau singt. Genau deshalb gehört das Balladenalbum zu einem seiner berührendsten Werke. Auf nur wenigen Songs zeigt sich Nick Cave so verletzlich wie in "Into My Arms" oder "(Are You) The One That I've Been Waiting For".

3. Murder Ballads (1996)

Das mit Abstand erfolgreichste Album von Nick Cave beförderte ihn dank des Duetts mit seinem großen Schwarm Kylie Minogue erstmals in die Charts. Dabei ist "Murder Ballads" eines der düstersten Alben seiner Karriere und Songs wie "Stagger Lee" oder "Lovely Creature" bedienen alles andere als den Massengeschmack. Doch gerade aufgrund dieses breiten Spektrums zählt Murder Ballads zu einem der markantesten Alben in der Karriere von Nick Cave.

2. The Good Son (1990)

Auf "The Good Son" trägt Nick Cave seinen inneren Punk in Moll zu Grabe. Mit biblischen Versen und düsteren Balladen, getragen von Streichern und Klavier erfindet sich Nick Cave neu und schafft es 1990 mit dem Video zu "The Weeping Song", einem Duett mit seinem Gitarristen Blixa Bargeld, sogar in die Dauerrotation von MTV.

1. Tender Prey (1988)

Nicht nur wegen des wohl größten Songs von Nick Cave "Mercy Seat" (von Johnny Cash mit einem Cover unsterblich gemacht) ist "Tender Prey" das alles überragende Album von Nick Cave. Hier kommt alles zusammen, was die Musik von Nick Cave so einzigartig macht: die unbändige Wildheit seiner Band, die Referenzen an den Blues, sein Hang zu düsteren Geschichten und die großen Balladen. Wer nur ein einziges Album von Nick Cave hören kann: hier ist alles zu hören, was Cave zu einem der herausragenden Songwriter unserer Zeit macht. Aufgenommen wurde "Tender Prey" genauso wie David Bowies großes Meisterwerk "Heroes" in den Hansa Studios in Berlin. 

Diskografie Nick Cave & The Bad Seeds

1984 From Her to Eternity

1985 The Firstborn Is Dead

1986 Kicking Against the Pricks

1986 Your Funeral… My Trial

1988 Tender Prey

1990 The Good Son

1992 Henry’s Dream

1994 Let Love In

1996 Murder Ballads

1997 The Boatman’s Call

2001 No More Shall We Part

2003 Nocturama

2004 Abattoir Blues/The Lyre of Orpheus

2008 Dig, Lazarus, Dig!!!

2013 Push the Sky Away

2016 Skeleton Tree

Tourdaten Nick Cave 2019

„CONVERSATIONS WITH NICK CAVE – An Evening of Talk and Music“

13.05.2019 Hamburg – Friedrich-Ebert-Halle (ausverkauft)

15.05.2019 Berlin – Admiralspalast (ausverkauft)

16.05.2019 Düsseldorf – Tonhalle (ausverkauft)

Alben

Nick Cave - Skeleton Tree Album 2016

Nick Cave & The Bad Seeds - Skeleton Tree

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Freier Fall
Den tragischen Tod seines Sohnes Arthur im vergangenen Jahr hat Nick Cave kreativ verarbeitet. Sein neues Album "Skeleton Tree" wurde am 8. September 2016 in ausgewählten Kinos im Rahmen der Dokumentation "One More Time With Feeling" vorgestellt. Er zeigt einen gebrochenen Mann, der um Worte und um Songs ringt. Nun erscheint der Film auf DVD.
Push the Sky Away

Nick Cave & The Bad Seeds - Push the Sky Away

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Nach eigenen Regeln
Nach den krachigen Grinderman-Alben hat Nick Cave wieder seine Bad Seeds zusammengetrommelt. „Push The Sky Away“ ist ihr 15. Album und bietet wieder alles, was man am Cave'schen Universum schätzt: Morbide Balladen, Sehnsucht, menschliche Abgründe und einen signifikanten Sound.

News

Videos

Ähnliche Künstler

Meistgeklickt