Nicki Minaj - Queen (Artwork)

Nicki Minaj - Queen

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Mit "Queen" hat sich Nicki Minaj die Aufgabe gesetzt, ihren Platz an der Spitze der weiblichen Rapstars zu verteidigen. Entgegen dem Ziel liefert sie jedoch zahlreiche Argumente, die den anstehenden Generationenwechsel zusätzlich untermauern. 

Video: Nicki Minaj - Chun-Li

Spätestens seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums "Pink Friday" im November 2010 waren Nicki Minajs Selbstdarstellung und Wahrnehmung innerhalb der Rap-Szene klar gesetzt: Onika Tanya Maraj ist so etwas wie "First Lady" des modernen Hip-Hops. Zwar mag ihre Pop-Affinität in den vergangenen Jahren Stück für Stück zugenommen haben, unvergessen bleibt jedoch ihr Verse in Kanye Wests "Monster", der ihr quasi im Alleingang zu viel Respekt und Akzeptanz in der männerdominierten Rap-Welt verschafft hat. 

Minaj hat in den vergangenen acht Jahren immer wieder deutlich gemacht, dass sie ihren Platz an der Spitze genießt, musste diesen aber auch niemals ernsthaft verteidigen. Konkurrenz war zwar stellenweise in Person von Iggy AzaleaTinashe oder Azealia Banks vorhanden, jedoch schafften es alle diese Künstlerinnen, sich durch mangelnden qualitativen Output oder öffentliche Selbstsabotage früher oder später wieder ins Aus zu schießen.

Nun schreiben wir das Jahr 2018 und Nicki Minaj läuft erstmals Gefahr ihren Thron zu verlieren. Oder hat sie ihn bereits verloren? Cardi B hat innerhalb von zwei Jahren bereits mehrere internationale Hitsingles vorzuweisen und mit "Invasion of Privacy" ein Debütalbum veröffentlicht, welches ganz und gar nicht nach Eintagsfliege klingt. 

Nicki Minaj muss erstmals seit ihrem Aufstieg in die oberste Rap-Liga wieder etwas beweisen. Neben dem aussagekräftigen und ambitionierten Albumtitel "Queen" hat sie sich deshalb mit Künstlern wie Eminem, Lil Wayne, Ariana GrandeThe Weeknd gleich eine ganze Riege an Weltstars für die Mission "Titelverteidigung" ins Boot geholt. 

Ein erster Blick auf die Tracklist löst aber schon starke Zweifel an der Vermutung aus, wir würden ein durchdachtes Konzeptalbum geliefert bekommen, welches ihren Status als "Rap-Queen" untermauert. Uns strahlen 19 Tracks entgegen - was bei Drake und Post Malone zu viel war, ist leider auch bei Nicki Minaj zu viel. Die Marketing-Vorteile hinter diesen trackstarken Alben sollten mittlerweile kein Geheimnis mehr sein, dennoch hätten wir uns hier über eine dezimiertere Playlist gefreut. 

Es gilt leider, aller Euphorie den Wind aus den Segeln zu nehmen. "Queen" ist ein ganz normales Nicki Minaj Album. Im Klartext: Eine gute Hand voll Hits, ein gelungender Spagat zwischen harten Rap-Parts und bunten Pop-Elementen und ein grundsätzlich unterhaltsames Gesamtprodukt. Auf der Gegenseite heißen uns jedoch die immergleichen Themen, ein stellenweise repetitives Soundbild und Featuregäste, die deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben, willkommen. 

Video: Nicki Minaj - Bed (feat. Ariana Grande)

Ein Highlight der Platte finden wir bei "Barbie Dreams". Zwar mag Nicki Minaj in der Vergangenheit öfter gekonnt mit ihrem sexualisierten Image innerhalb der Rap-Szene gespielt haben, nun wird jedoch abgerechnet. In knapp 5 Minuten bekommt hier kurzerhand jeder Rapper sein Fett weg, der in der Vergangenheit versucht haben soll, mit Minaj ins Bett zu steigen. Drake, Meek Mill, Eminem, DJ Khaled, 50 Cent - Liebe Grüße!

Drake:

"Drake worth a hundred milli, always buying me shit/ But I don’t know if the pussy wet or if he’s crying and shit"

Meek Mill:

"Meek still be in my DMs, I be having to duck him/ 'I used to pray for times like this', Face ass when I fuck him"

Eminem:

"Em, cop the barbie dream house then you can play the part/ I ain’t tryin’ to bust it open in a trailer park"

- Nicki Minaj - Barbie Dreams

Nicki Minaj liefert mit "Queen" ein grundsolides Rapalbum, bleibt jedoch stark hinter den Erwartungen, die explizit für dieses Album gesetzt waren, zurück. Sie hat wie immer ihre Hits im Gepäck, um dem Titel gerecht zu werden, hätte es aber wesentlich mehr Substanz, Geschlossenheit und Innovation gebraucht.

Das Narrativ, dass im Rap nur eine einzige Frau wirklich relevant sein kann, mag zwar an Idiotie kaum zu überbieten sein, besteht aber fortwährend. Und solange dies der Fall ist, bleibt nur zu sagen: Nicki, dein Thron wackelt. 

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