Nine Inch Nails – Bad Witch

Nine Inch Nails - Bad Witch

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Aggression und Adrenalinausstoß: Trent Reznor verbreitet auf "Bad Witch" gewohnt düstere Laune und das Mini-Album mit einer Gesamtzeit von einer knappen halben Stunde ist ein gezielter Fausthieb in die Magengrube all jener, die Musik als Berieselung oder Bespaßung verstehen.

Das neue Album von Nine Inch Nails ist vielmehr eine EP, bestehend aus nur sechs Tracks, die jedoch bersten vor Reverb und Reznors unermüdlichem Drang: Wütend und aggressiv brechen die Lieder über den Hörer herein, voller brachialer Breaks und nervösen Beats.

Zusammen mit seinem langjährigen musikalischen Gefährten Atticus Ross wurde "Bad Witch" aus Soundfetzen geboren, die es nicht auf das vorhergehende Album "Not The Actual Events" schafften. Zusammen mit "Add Violence" ist die Trilogie nun vollendet, die Hexe ist endgültig aus dem Häuschen und fegt gespenstisch durch die Songs auf "Bad Witch".

Video: God Break Down The Door

Das experimentelle "Play The Goddamned Part" erinnert an eine filmische Geisterfahrt, gedreht von David Lynch, die in einem kakophonischen Soundmeer endet. Auch das anschließende synthielastige "God Break Down The Door" ist durch seine Hommage an die Breakbeat-Phase David Bowies und die leiernden Saxophon-Einlagen eine Art "Hello Spaceboy" meets "I’m Deranged": Man wird den Eindruck nicht los, dass "Bad Witch" auch eine Verarbeitung des Todes Bowies ist, der Reznor tief getroffen hat.

Zusammen schrieben sie den Track "I’m Afraid Of Americans" und die Angst vor der Realität ist geblieben, da hilft nur noch die Verstörung und Verzerrung derer als Gegenmittel. Seine nüchterne Ansicht über das Wesen der Menschheit bestätigt dies: "We’re just animals that, left to our own devices, will kill each other".

Kann man mit Kreativität und Kunst also Humanität erreichen? Das Albumende deutet diese leise Hoffnung an, denn es schließt mit dem epischen "Over And Out" fast versöhnlich, indem man fast die "Blackstar"-Stimme Bowies von irgendwoher zu vernehmen vermeint.

Nine Inch Nails Live 2018

02.07.2018 – Berlin, Zitadelle Spandau (ausverkauft)

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