Noah Slee - Otherland (Artwork)

Noah Slee - Otherland

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Noah Slee wird in den Blogspähren bereits seit einiger Zeit als "Next Big Thing" gehandelt. Ob er diesem Status gerecht werden kann lest ihr in unserer Review zu seinem Debütalbum "Otherland".

Video: Noah Slee - Told

Noah Slee ist mit seiner Single "Told" erstmals im Mai 2017 auf unserem Radar erschienen. Der Track zeigte zwar ungeheures Potenzial, dass der gebürtige Neuseeländer zu einer der größten R'n'B-Hoffnungen des Jahres werden würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zwingend abzusehen. Spätestens seit den Singles "Lips" und "Radar" wurde jedoch deutlich, dass es sich bei "Told" keineswegs um einen zufälligen Hit handelte. Nun erscheint mit "Otherland" das Debütalbum und Noah Slee muss beweisen, dass er das Ohrwurmpotential und die Qualität der Single-Auskopplungen auch auf Albumlänge übertragen kann. 

Dass man ihn als "R'n'B-Hoffnung" bezeichnet ist zwar völlig gerechtfertig, wird der Sache jedoch nicht vollends gerecht. Der Sound den wir auf "Otherland" finden will sich nicht wirklich einordnen lassen. Nachdem sich in der Vergangenheit bereits das Berliner Produzententeam KitschKrieg für die musikalische Umsetzung verantwortlich gezeigt hat, wurde "Otherland" vom deutschen Produzenten und Multiinstrumentalisten Ben Esser verwirklicht. Elemente aus Hip-Hop und Soul treffen dabei auf elektronische Beats mit leichtem Funk-Einfluss.

Die Auskopplungen "Told" und "Radar", aber auf Tracks wie "Sunrise" liefern einen modernen, treffsicheren und derart tanzbaren Sound, wie man ihn ansonsten nur von einem Kaytranada gewöhnt ist. Das Spannende: Dieser moderne Sound wird auf angenehme Weise gebrochen, indem er immer wieder auf traditionelle Klangelemente ("Kamata'anga" / "Way Back") trifft.

Stream: Noah Slee - Radar

Das Album wird dabei deutlich durch sein eigenes Tempo geprägt. Im fließenden Wechsel gehen Up-Beat-Nummern ("Told" / "Radar"), Laidback-R'n'B-Vibes ("Sunrise / "Silence" / "Reality"), emotionale Downtempo-Balladen mit elektronischem Einfluss ("Instore" / "Lips") und ruhige Interludes mit Spoken-Word-Elementen ineinander über und erzeugen damit ein Klangbild, das sich beim ersten Mal hören gar nicht vollständig erfassen lässt. Im ersten Moment würde man dem Album die nötige Konstanz absprechen, doch eben dieser Tempo- und Gefühlswechsel macht "Otherland" als Projekt so interessant.

Inhaltlich bewegt sich das Album zwischen den vier Eckpfeilern Liebe, Leidenschaft, Erleuchtung und Glaube an sich selbst. Noah Slee behandelt seine eigene Homosexualität, das Leben innerhalb verschiedener Kulturen und variiert von "Weltthemen" wie dem Leben an sich, bis hin zu ganz persönlichen Erfahrungen in gefühlt endlosen Nächten.

Video: Noah Slee - Lips (feat. Melodownz)

Noah Slee hätte sich zweifelsfrei auf das Hitpotenzial der beatlastigen Auskopplungen verlassen können, präsentiert auf Albumlänge jedoch sein ganzes Spektrum. Als offensichtliche Hightlights stechen weiterhin die mehrfach genannten, temporeichen Hits heraus, doch besonders nach mehrmaligem Hören erzeugt das Album eine zweite Energie, die durch die langsamen und eindringlichen Momente getragen wird.

Dieses Wechselspiel macht "Otherland" zu einem der spannensten Alben des Sommers und sorgt dafür, dass Noah Slee als Maßstab für modernen und innovativen R'n'B angesehen werden darf. 

Tracklist:

01. Kamata'anga (Intro)
02. Instore (feat. Wayne Snow & Rachel Fraser) 03. Radar
04. Invite (Interlude)
05. Lips (feat. Melodownz)
06. Told
07. Sunrise
08. Dawn (feat. Georgia Anne Muldrow) (Interlude) 09. Reality (feat. Jordan Rakei)
10. DGAF (feat. Shiloh Dynasty)
11. Wander (Interlude)
12. Stayed
13. Way Back
14. Kiez (Interlude)
15. 100
16. Silence
17. Ngata'anga (Outro) 

"Otherland" von Noah Slee erscheint am 25. August 2017 via Majestic Casual Records.

Download & Stream: 

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