Chasing Yesterday

Chasing Yesterday

Noel Gallagher's High Flying Birds

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Noel Gallagher hat ein Luxusproblem. Zwar hat er nach der Oasis-Trennung vor sechs Jahren weiterhin gute Songs aufgenommen, aber seine Interviews sind mittlerweile unterhaltsamer als seine Musik.

Das liegt daran, dass sein Konzept "Stirn in Falten legen und fast alles scheiße finden außer britische Popmusik aus den Sechzigern" zu einer wirklich pointierten Weltanschauung führt – erst recht, wenn man das so charmant altersmilde und ironisch transportiert. Aber 22 Jahre nach der Gründung von Oasis und einem zweiten Soloalbum, sind sogar für eine Legende wie Noel Gallagher songwritingmäßig die fetten Jahre endgültig vorbei. Da können seine "High Flying Birds" noch so hoch hinaus wollen – sie schaffen's gerade noch knapp über Durchschnitt.

Schon die beiden Vorab-Singles "In The Heat Of The Moment" und "Ballad Of The Mighty I" (an der Gitarre, na klar: Johnny Marr) drifteten relativ uninspiriert in Richtung eines Poprock-Radio-Allerlei ab. Insofern schade, dass das Album "Chasing Yesterday" keine ganz große Überschaschung bietet – die Remixe seiner Singles (u.a. von Andrew Weatherall) und die frühere Nähe zu den Chemical Brothers (Let Foever Be", "Setting Sun") deuten an, was eigentlich möglich wäre, wenn Noel Gallagher mal Bock auf was Neues hätte.

Vielleicht ist die Krux an der ganzen Geschichte, dass Noel wirklich keinen Bock mehr hat – eben leider auch nicht auf seinen Bruder Liam. Den hatte er einst so grandios analysiert: "Ein Mann mit einer Gabel in einer Welt voller Suppen". In seiner Musik muss Noel sich aber vor einem künstlerischen Kardinalfehler hüten: Sich ständig immer wieder selbst zu zitieren. (Jan Schimmang)

Die 20 besten Zitate von Noel Gallagher

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