Noname Telefone Cover

Noname - Telefone

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Die aus Chicago stammende Rapperin Noname begeisterte vor knapp zwei Jahren mit einem phänomenalen Debüt aus Soul-Rap und jazzigen Instrumentals. "Telefone" könnt ihr euch nach wie vor kostenlos downloaden.

Wen Chance The Rapper gleich dreimal auf seine Releases bittet, der muss gewaltiges Potenzial haben. Sowohl auf dem gefeierten Mixtape "Acid Rap", dem Jazz-Experiment "Surf" sowie "Coloring Book" begeisterte Noname noch vor ihrem Debüt mit ihren wortgewandten Verses, nachdem sie bereits längere Zeit im Untergrund von Chicago herumschwirrte. Erst 2016 und nach mehreren Verschiebungen erschien mit "Telefone" ihr erstes Mixtape, das ihr gleich internationale Lobeshymnen einbrachte.

Audio: Noname - "Diddy Bop" (feat. Raury & Cam O'bi)

Dass Noname anders ist als der HipHop-Mainstream, zeigt sich schon in den ersten Zeilen von "Yesterday", dem Intro des Mixtapes. 

And I know the money don't really make me whole
The magazine covers drenched in gold
The dreams of granny in mansion and happy
The little things I need to save my soul

- Noname auf "Yesterday"

Die Musikerin grenzt sich ab vom blinden Streben nach Reichtum und Berühmtheit und wagt sich auch an sensible Themen wie Abtreibung ("Bye Bye Baby") oder das Schicksal schwarzer Frauen in den USA ("Reality Check"). Niemals plump oder eindimensional, sondern immer mit Bedacht und klugen Texten; Wikipedia listet sie etwa als "rapper und poet". Trotzdem stellt sich bei Hören von "Telefone" nie ein Gefühl von Bedrückung ein, allerhöchstens angenehme Melancholie. Noname schwebt über die souligen Arrangements lokaler Producer, versprüht ihren Esprit über die xylophon- und windspielartigen Tunes und lädt sowohl mit Spoken Word- als auch Gesangseinlagen zum Träumen ein.

Ein Hördurchlauf von "Telefone" dauert nur eine halbe Stunde. Diese Zeit sollte man sich nehmen.

Video: Noname: Tiny Desk Concert

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