Ödön von Horváth: Jugend ohne Gott - Reclam-Hörbuch

Ödön von Horvath - Jugend ohne Gott

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2017 frei nach Ödön von Horváths Roman „Jugend ohne Gott“ verfilmt, erzählt die düstere Geschichte von der kalten, seelenlosen Jugend in Nazi-Deutschland: Ein erschreckend aktuelles Thema und beeindruckend zu hören im Stream des Reclam-Hörbuchs.

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Vor 80 Jahren erschien der dritte Roman des österreichisch-ungarischen Schriftstellers Ödön von Horváth, dem es vor den Zuständen nach der „Machtergreifung“ Adolf Hitlers schauderte.

In dem Buch wagt es ein Lehrer einen Schüler zu kritisieren, der sich abfällig über Schwarze äußert (Im Roman wie im Hörbuch wird der damals übliche Begriff „Neger“ verwendet). Dessen Vater zeigt den Lehrer daraufhin wegen Verbreitung des „Gifts der Humanitätsduselei“ an. Bereits im Anfang des Romans kollidieren so heutige konservative Helikoptereltern mit dem Populistengeschwätz vom „Gutmenschentum“.

Opportunisten, Mitläufer, Gedankenlose und Lieblose formieren sich zu einem Schwarm, der im Roman noch gesteuert durchs Massenmedium Radio, zu einer teilnahmslosen Masse wird. Der Lehrer träumt schließlich von einer Flucht, in der er als „Neger zu den Negern“ fährt.

Der gärende Hass gegenüber Geflüchteten, die Stumpfsinnigkeit sowie Abgestumpftheit in Sozialen Medien, das dumpfe Gefühl vielleicht auch einmal zur Flucht vor all diesen Hassenden gezwungen zu werden – in „Jugend ohne Gott“ kann man Spuren und Risse der Gegenwart finden.

Hermann Hesse schrieb 1938 an Alfred Kubin:

„Ein kleines Buch empfehle ich Ihnen, eine Erzählung Jugend ohne Gott von Horváth. Sie ist großartig und schneidet quer durch den moralischen Weltzustand von heute.“

Wir empfehlen den kleinen kostenlosen Stream.

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