OK Kid sensation cover

Sensation

OK KID

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Ein klares Bekenntnis zum Pop: die HipHop-Einflüsse haben OK KID auf ihrem dritten Album deutlich reduziert. An Haltung hat das Trio dennoch nicht eingebüßt.

Mit Referenzen an Mia, Xavier Naidoo und DJ Ötzi lassen sich OK KID im Opener "Lügenhits" über die deutsche Pop- und Schlagerlandschaft aus. "Sei nicht naiv, sie belügen dich", heißt es da, womit das Trio bewusst die Unnahbarkeit von Stars und Sternchen mit populistischen Parolen aus den Lagern von AfD, Pegida & Co. vermengt. Für ihre politische Haltung kennt man OK KID schon lange und auch auf ihrem dritten Album drucksen die Wahlkölner um klare Statements nicht herum, auch wenn der Sound ein wenig glatter - böse Zungen würden gar "angepasster" sagen - geworden ist.

Video: OK KID - Lügenhits

Ungeachtet dessen wird der Zeigefinger sogar ein wenig höher gereckt als auf den Vorgänger-Alben. OK KID wettern gegen die Großinvestoren, die nischige Proberäume zu Angepassten-Locations umdesignen, aber vor allem gegen den Rechtsruck mit all seinen Nebenwirkungen wie Wutbürgern und Nationalisten. Nicht zufällig erschien die erste Single aus "Sensation" schon im letzten Jahr kurz vor der Bundestagswahl. Dass ihre karikativen Schilderungen von rechts wählenden Landstrichen teilweise recht flach ausfallen, verzeiht man ihnen die meiste Zeit. Immerhin haben die Drei nicht nur aus ihrer Filterblase heraus gearbeitet, sondern machten sich unter anderem im sächsischen Freital selbst ein Bild von fremdenfeindlichen Protesten.

Video: OK KID - Warten auf den starken Mann

Die synthiedominierten Arrangements und die deutliche Reduktion von Sprechgesangspassagen bestätigen letztendlich, was der Pressetext bereits verspricht: "Sensation" ist ein klares Bekenntnis zum Pop. Mit viel Wortwitz und (wenn auch nicht immer perfekt pointierten) Metaphern beweisen OK KID, dass das aber kein Grund sein muss, die eigene Haltung zu verlieren.

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