Rolexesh (Cover)

Olexesh - Rolexesh

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Ein Jahr Schaffenpause mutet bei Olexeshs Arbeitstempo fast ungewöhnlich an. Mittlerweile ist die Rolex echt und auch sonst scheint es bei dem Rapper zu laufen, lauscht man den Geschichten auf seinem neuen Album.

Schlägt man im Azzlack-Duden unter „Arbeitstier“ nach, findet man wahrscheinlich ein Bild von Olexesh. Nicht nur, dass der Darmstädter MC gerne mal Alben mit 36 Tracks released, für die ganz treuen Fans liegt seinem neuesten Streich „Rolexesh“ in der Deluxebox gleich nochmal eine zweite vollwertige LP bei. Kommt das Hauptalbum bei all dem Output dennoch ohne Qualitätsverlust aus?

Video: Olexesh feat. Celo & Abdi, Hanybal - BWA

Nun, auf jeden Fall ohne Langeweile. Das geht schon bei der Produzentenriege los: da wären unter anderem Haftbefehl-Compagnon Bazzazian, SSIO-Hausproduzent Reaf und mit den Drunken Masters das wohl gehypeteste DJ-Duo der Stunde. Kein Beat gleicht dem nächsten, und zusammen weben die Producer einen Soundteppich aus BoomBap, G-Funk und Trap-Elementen, der am Ende doch ein kohärentes Gesamtwerk ergibt. Den Mixtape-Charakter kann man „Rolexesh“ nicht absprechen, doch die Grenzen zwischen den Releaseformen verschwimmen ja bekanntlich ohnehin immer mehr.

Sonst setzt Olexesh vor allem auf seine Steckenpferde: Ein ums andere Mal gibt das 385i-Signing eine Flowabfahrt mit der Präzision eines Uhrwerks zum Besten oder sorgt mit wildem Technikgeflexe für Freudensprünge bei Reimfetischisten. Und auch vor Melodie hat der Rapper keine Angst, was mal mehr („Fake Love“), mal weniger gelungen umgesetzt wird („Policeman“).

Wenn ein Album Tracks aus allen Stilrichtungen mixt, dann läuft es immer Gefahr, zu einem halbgaren Endprodukt zu verkommen. So ähnlich wie diese Dönerbuden, an denen es auch Pizza und Burger zu kaufen gibt. Das passiert auf „Rolexesh“ glücklicherweise nicht. OL gelingt es, seine Stärken so gut wie auf keinem der vorangegangenen Releases zu komprimieren und ein facettenreiches Album vorzulegen, dem man einige Durchläufe im CD-Player zutraut. „Rolexesh“ geht gut ins Ohr und macht Spaß, hat aber dennoch nicht das Zeug zum Klassiker – dafür stolpert man immer noch etwas zu oft über Fillertracks und inhaltliche Wiederholungen.

Video: Olexesh feat. Edin - Magisch

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