OSKA

OSKA

Die junge Österreicherin gewann jüngst den XA - Music Export Award beim Waves Vienna Festival. Nun steht OSKAs Debüt-EP Honeymoon Phase in den Startlöchern und ist bereit, die ZuhörerInnen mit charmantem Indie-Pop zu verzaubern.

Eine Musikerin auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Auf ihrer Debüt-EP Honeymoon Phase lässt OSKA verschiedene Stationen ihres jungen Lebens Revue passieren. Dazu gehören schmerzhafte Trennungen („The Love You've lost“) genauso wie der Tiefpunkt nach ihrer Bachelorprüfung. Da fühlte sich die Österreicherin plötzlich von allen missverstanden – selbst von ihren Freunden und ihrer Familie („Misunderstood“).

Ihre Lieder sind leicht abgedunkelt, aber nie völlig finster. Sogar bei dezenter Zimmerlautstärke zieht einen ihr sensibler Singer/Songwriter-Pop vollkommen in ihren Bann. Der intime Sound vermittelt eine Idee davon, mit welcher Musik die 23-Jährige aufgewachsen ist. Ihre Mutter liebte irische Folk-Balladen, das hat OSKA definitiv geprägt. Daher rührt wahrscheinlich diese Melancholie, die in ihren Stücken stets mitschwingt. Schwierige Momente sind für sie eben die beste Inspirationsquelle: „Wenn ich mich richtig gut fühle, entstehen meistens keine neuen Songs. Das Schreiben ist für mich eher eine Form von Selbsttherapie.“

OSKA ist eine ebenso nachdenkliche wie warmherzige Geschichtenerzählerin und privat gar nicht so schwermütig, wie es ihre Lieder vielleicht vermuten lassen. Sie lacht gern, sie verzaubert andere mit ihrer fröhlichen Art. „Keiner ist nur laut oder leise, traurig oder glücklich“, sagt sie. „Jeder bedient ein ganzes Spektrum an Eigenschaften.“ Ebenso vielfältig wie ihr Wesen sind ihre Interessen. Sie liebt Literatur. Besonders gern vertieft sie sich in englische Bücher oder Gedichte, das schulte ihr Gefühl für diese Sprache. Zudem konzipiert sie ihre eigenen Videoskripte. Das Musikvideo zu „Distant Universe“ beschreibt zum Beispiel eine Begegnung mit einem Außerirdischen. Eine bittersüße Story.

Aus dem Bauch heraus vertont OSKA ihre schmerzhaften Empfindungen, so war das schon immer. Gleich ihre ersten Nummern entstanden aus Frust, damals war sie zwölf Jahre alt. Maria, wie die Künstlerin mit bürgerlichem Namen heißt, hatte bereits als Kind eine Passion für Musik. Wohl auch, weil sie aus einer musikalischen Familie stammt. Für ihre Mutter spielte Gesang eine enorm wichtige Rolle, ihre vier Geschwister lernten alle irgendein Instrument. Da wollte das Nesthäkchen natürlich nicht zurückstecken. Sie sang und probierte sich an der Geige, am Klavier sowie an der Gitarre aus. Ohne allzu große Ambitionen. „Musikerin zu werden, das war für mich anfangs gar keine Option“, erzählt sie. „Schließlich bin ich in einem kleinen Dorf im niederösterreichischen Waldviertel aufgewachsen. Dort gab es keinen einzigen professionellen Musiker.“

Erst mit 16 schwenkte sie um. Geschuldet war das all den YouTube-Videos, die OSKA im Internet entdeckt hatte: „Ich bin auf Künstler gestoßen, die einfach ihr Ding machten.“ Das färbte auf sie ab. Sie beschloss, sich nach der Matura in Wien als Straßenmusikerin durchzuschlagen. Damit war ihre Mutter allerdings nicht einverstanden – sie ermunterte ihre Tochter, zur Uni zu gehen. Also studierte Maria eher halbherzig Pop- und Jazzgesang: „Ich habe viel auf der Straße musiziert oder bin ich Irish Pubs aufgetreten. Dabei lernte ich mehr als während des Musikstudiums.“

In Wien begann die junge Frau, ihrer Intuition zu vertrauen uns nannte sich fortan OSKA. Für ihren Künstlernamen stand ihr ältester Bruder Oskar Pate: „Ich ließ einfach das R weg. So stieß ich auf ein Pseudonym, das eine enge Verbindung zu meiner Familie hat.“ Das war keineswegs die einzige Veränderung. In der recht überschaubaren Wiener Musikszene begegnet sie alsbald ihrem Produzenten Alex Pohn, Schlagzeuger der Band Tyler und Live-Drummer von Hubert von Goisern, Julian Le Play oder Violetta Parisini. Er sorgte in seinem Studio dafür, dass bei OSKAs Songs wirklich jeder Ton an der richtigen Stelle steht.

Zarte Pianoklänge untermalen die erste Single „Distant Universe“, die OSKAs fragilen und zugleich eindringlichen Gesang in den Fokus rückt. Die wehmütige Ballade handelt von einer zerbrochenen Freundschaft, von einer gescheiterten Liebe. „In einem Paralleluniversum“, überlegt die Künstlerin, „hätten wir vielleicht Freunde bleiben oder sogar ein Paar werden können.“ Doch das Leben ist halt kein Wunschkonzert, schon gar nicht in Sachen Liebe. Drum muss sich OSKA mit dem getragenen Titel „Honeymoon Phase“ eingestehen, dass sich dieses Flitterwochen-Bauchkribbeln in einer Partnerschaft auf Dauer nicht erhalten lässt: „Manchmal läuft man etwas hinter, was keinen Bestand hat.“

„Are you in love with a Fantasy?“, fragt die aufgeweckte Österreicherin in der Fingerschnipp-Hymne „Somebody“. Gerade zu Beginn einer Beziehung gibt es ihrer Ansicht nach nämlich oft ziemlich große Unsicherheit: „Du weißt nicht, ob der andere tatsächlich dich mag oder nur einer Idee hinterherjagt, die er von dir hat.“ Verbittert klingen solch Songs aber nie – vielmehr zum Verlieben. Da kann man sicher sein, dass die Künstlerin mit ihrem 2021 erscheinenden Album ihren Status nicht nur halten, sondern ausbauen wird. Sie ist ihren Heldinnen Maggie Rogers, SoKo und Jade Bird auf jeden Fall ebenbürtig. Wer sich davon überzeugen möchte, sollte sich OSKAs Debüt-EP Honeymoon Phase anhören.

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Letzte Änderung: 19.10.2020