Paul Weller A Kind Revolution

Paul Weller - A Kind Revolution

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Nach einigen weniger inspirierten Alben zeigt Paul Weller, dass er die Lust am Musikmachen nicht verloren hat - "A Kind Revolution" ist seine Rückkehr zu alter Klasse.

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Paul Weller könnte sich auf seinen Lorbeeren ausruhen, schließlich ist der Mann aus Woking, Surrey eine Legende: In den frühen Siebzigern gründete er die Punkband The Jam, nach deren Auflösung war er das Mastermind von The Style Council, die endgültig seinen Ruf als The Modfather besiegelten. Stets war Weller der Look genauso wichtig wie die Musik - und zählt man noch den Fußball dazu, haben sich die Interessen des Endfünzigers bis heute nicht geändert, wie er unlängst in einem Interview zu Protokoll gab.

Doch der "Father of Britpop" sieht keinen Anlass, sich zur Ruhe zu setzen - und das ist auch gut so, denn seine letzten Soloalben wie "Sonik Kicks" oder "Saturns Pattern" ließen seine frühere Stilsicherheit vermissen, waberten unentschlossen zwischen Prog und Psychedelik.

Video: Paul Weller - The Cranes Are Back

Mit "A Kind Revolution" führt Weller alle Fäden wieder zusammen, konzentriert und doch ausprobierfreudig.

Soul, Beat, Rock und sogar Blues schüttelt Paul Weller mühelos aus seinem tadellos gebügelten Hemdsärmel: Das Album beginnt mit dem Rhythm'n'Blues-Stück "Woo Se Mama", gesanglich kongenial unterstützt von den Chorladies P.P. Arnold und Madeline Bell, "Nova" und "Long Long Road" dürfen als Hommagen an David Bowie und die Beatles verstanden werden.

Die Gästeliste des Albums ist ohnehin beeindruckend: Boy George schmachtet herzerweichend bei "One Tear", niemand Geringeres als Robert Wyatt veredelt das jazzige "She Moves with the Fayre" mit Trompete und Gesang.

Höhepunkt der Platte ist "The Cranes Are Back", eine mehrdeutige Ballade, in der es um Aufbruch und Neubeginn geht - Weller ist klug genug, sich nicht explizit politisch zu äußern, trotzdem ist sein Standpunkt klar: Die Welt ist im Eimer, es liegt an uns, sie zu verändern.

Kurzum: Wer befürchtete, dass Paul Weller auf seine reiferen Tage in der Bedeutungslosigkeit versinken könnte, wird mit der neuen Platte eines Besseren belehrt. "A Kind Revolution" gehört zu den besten Platten Wellers, in eine Reihe mit früheren Großtaten wie "Heavy Soul" und "Wild Wood".

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