Eat The Elephant

A Perfect Circle - Eat The Elephant

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Die Messlatte liegt auf dramatischer Höhe, die Erwartungshaltung ist groß. Selbst wenn das letzte Werk „eMOTIVe“ schon knappe anderthalb Dekaden auf dem Buckel hat, schien ein weiteres vollwertiges Album lediglich eine Frage der Zeit zu sein. Jetzt ist es endlich da.

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Dass der kreative Kern von A Perfect Circle im Wesentlichen nur aus zwei Personen besteht, könnte die Sache erleichtern, aber so läuft es leider nicht: Sänger Maynard James Keenan lebt mit seiner Hauptband Tool in einer ganz eigenen Zeitrechnung, an die sich auch Gitarrist Billy Howerdel halten muss. Also kann es schon mal etwas dauern, bis sich die Gelegenheit ergibt, zusammen neue Musik zu erschaffen.

Doch das Warten auf "Eat The Elephant" hat sich tatsächlich gelohnt. Die angesprochene Messlatte wackelt nicht mal ansatzweise, sondern wird regelrecht überflogen. Dem eröffnenden Titeltrack genügen Klavier, Streicher, ein federnder Beat und Keenans traumhafte Gesangsmelodie, um den Hörer direkt in den Bann zu ziehen.

"Hourglass" bringt einen Hauch moderner Elektrosounds ins Spiel, "So Long, And Thanks For All The Fish" spielt clever mit poppigen Elementen. Songs wie "Disillusioned", "The Contrarian" und das pumpende "The Doomed" erweisen sich im Gegensatz dazu als packende, zeitgemäße Rocksongs mit hoher emotionaler Intensität.

Natürlich lässt sich "Eat The Elephant" nicht gut mal eben nebenbei hören. Aber genau hier liegt der Reiz. Ja, diese Songs wollen erarbeitet werden, damit man ihrer Vielschichtigkeit und Komplexität überhaupt folgen kann. Das mag für manchen zu verkopft wirken. Doch wer sich darauf einlässt, den belohnt "Eat The Elephant" mit einem einmaligen und nachhaltigen Hörerlebnis.

„Eat The Elephant“ erscheint am 20.04.2018 über Warner.

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