Release

Pet Shop Boys - Release

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Auf ihrem mittlerweile achten Studio-Album präsentieren sich die Pet Shop Boys als Elder Statesmen des gepflegten Synthie-Pop und in ihrem neuen Video als Medien-Revoluzzer.

Denn das Video zur aktuellen Single "Home And Dry", das vom deutschen Fotografen Wolfgang Tillmanns ins Bild gesetzt wurde, ist schon ein Faustschlag in die Fresse des gemeinen, quietschbunten Musikfernsehens. Denn der hat ein wackliges Video in Super 8 Qualität von Mäusen in der Londoner U-Bahn gedreht. Und dazwischen die Pet Shop Boys als Liveband mit Gitarre(!) in einem nicht ausgeleuchteten Video-Mitschnitt eingebaut. Dogma statt Disco. Trotzdem läuft das Video hin und wieder auch bei den diversen Musiksendern, weil man die Pet Shop Boys eben spielen muss. Wer sonst kann sich so eine Frechheit und so eine kommerzielle Verweigerung schon erlauben? Und wer würde das dann auch konsequenterweise tun? Musikalisch ist das neue Album wesentlich weniger revolutionär und bietet - was sonst? - zeitlosen Pop der Marke Pet Shop Boys vom Feinsten. Nur vom Clubleben haben sich die Herren Tennant und Lowe inzwischen auf ihre alten Tage ein wenig zurückgezogen und bieten statt der gehörigen Portion Disco einen Schuss Gitarrenpop mit freundlicher Unterstützung von Englands Gitarren-Gott Johnny Marr (The Smiths, Electronic, The The). Eine musikalisch runde Sache mit einem dicken Sahnehäubchen Medienkritik und dem gewissen Hauch von Ironie und Understatement. Danke! (ur)

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