Hool

Philipp Winkler - Hool

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Fußballfans lieben die Nostalgie, doch auch Hooligans leben in dieser verklärenden Welt: Hier sind Männer noch Männer, auch wenn sie im realen Leben Loser sind. Das Hörspiel "Hool" erzählt aus dieser schwer zu packenden Parallelwelt.

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Heiko ist Fan von Hannover 96 und gehört zu den Hooligan-Gruppierungen des Fußballvereins: Damit schlägt er andere Schlachten als die Männer auf dem Rasen. Er trifft sich mit Gleichgesinnten, den Gegnern aus Braunschweig auf dem Acker, wo man sich gegenseitig den ganzen Frust aus dem Leib prügelt. Denn letztendlich geht es in "Hool" genau darum: Die triste Existenz von verzweifelten sowie verbitterten jungen Männer in eine gefährliche Gegenwelt à la "Fight Club" zu überführen.

Philip Winkler beschreibt die Hooligan-Szene dabei sehr körperlich und kneipendeutsch: Es werden "Fressen weggeklatscht“ und "Elefantenpisse" (aka as Bier) wird weggesoffen. Der Autor gibt damit Außenseitern eine Sprache, denen man sonst nicht zuhören würde – wie auch, wenn man zuvor schon "aufs Maul" bekommt. Das Hörspiel zieht einen in diese aggressive und autonome Welt mit eigenen Regeln, eine real gewordene Filterblase der Fäuste. Diese kleine brutale Welt gilt es zu beschützen, koste es was es wolle. Damit erinnert "Hool" daran, woran unsere aktuelle Gesellschaft krankt, statt miteinander zu reden fliegen immer öfter die verbalen Fäuste.

Beim WDR gibt es das intensive Hörbuch befristet als kostenlosen Download. Die Sprecher sind unter anderem Julius Feldmeier, Maximilian Scheidt, Daniel Rothaug, Sebastian Graf.

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