Burn Down The Town

Burn Down The Town

Phon.o

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Phon.o war irgendwie immer präsent im Elektro- und Techno-Diskurs. Er glänzte mit EPs, die den Wunsch nach Alben und massig Live-Auftritten nach sich zogen. Doch erst jetzt kann man vom ersten Album berichten. Und bricht die kühnsten Erwartungen.

Sperrig, spleenig und doch auch sehr am Techno orientiert war Carsten Aermes aka Phon.o lange Zeit. Und obwohl er auf verschiedenen Labels veröffentlichte, gehörte er im Geiste (und tatsächlich nicht nur da) immer zur Shitkatapult-Gang um T.Raumschmiere und Apparat. Das sich sein erstes Album schließlich als so vielseitig und doch stringent offenbart, lässt einem die Zunge austrocknen. Carsten Aermes reiste in letzter Zeit viel rum, Japan gilt als seine zweite Heimat und auch Detroit ist ihm bekannt. Daraus resultierten eine Unmenge an Einflüssen und Kontakten, die nun wie ein Puzzle zusammengesetzt worden. „Burn Down The Town“ vermengt Hip Hop, Techno, Dancehall und Dub zu einem dreckig rockenden Bastard. Nichts ist zu hören von einem klinisch aufpolierten Sound. In jedem Track steckt eine Kampfansage gegen musikalische Balance. Und doch ist das Album in sich so schlüssig, dass kaum Zeit zum Durchatmen bleibt. Dazwischen spielt Phon.o Gangster-Rap-Klischees aus und lässt Special Guests wie Gold Chains und George W. Bush zu Wort kommen. Selten wurde bei elektronischer Musik aus so vielen verschiedenen Bereichen Lob geäußert. Und das nur zu Recht. (jw)

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