Élan Vital

Pretty Girls Make Graves - Élan Vital

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Sie sind zurück. Mit einer lebensbejahenden Düsternis und einem erfrischenden Facettenreichtum. Pretty Girls Make Graves präsentieren sich auf ihrem neuen Album in neuer Besetzung und mit frischem Elan.

Gut drei Jahre ist es her, dass „The New Romance“ - das zweite Album und gleichsam erste Matador-Release des Quintetts aus Seattle - für Aufsehen sorgte. Langeweile kam in diesem Zeitraum ganz sicher nicht auf: man bereiste derweil die komplette Erdkugel, Gitarist Nathan Thelen verließ die Band, Leona Marrs stopfte als Neuzugang an den Tasten diese Lücke und die eigenen kreativen Lebensgeister wollten zu neuem Leben erweckt werden. Und dann? Dann treffen sich die Kunst des Schaffenden und Faszination des Erlebenden im Detail. Es sind die belebenden Kleinigkeiten, die da im Hintergrund klingen, die Gesangsmelodien, die erst in späteren Durchläufen richtig im Gehörgang sitzen, die filigranen Gitarren, die schrägen Zähleinheiten und die urplötzlich auftauchenden und wieder abtauchenden Bläser. Klar, man kann hier und da mitsingen und das Tanzbein schwingen. In ihrer Grundstimmung bleiben PGMG aber immer seltsam düster. Was früher sowohl live als auch auf Platte an Blood Brothers erinnerte, liebäugelt mehr und mehr mit den Yeah Yeah Yeahs oder Denali. Seichter und kompatibler als zuvor, aber niemals anbiedernd oder einschläfernd. Ganz im Gegenteil: „Èlan Vital“ macht seinem Namen alle Ehre. Hier geht es nicht um Zeit-, sondern um Schöpfergeist! Hier geht es um diese die Entwicklung vorantreibende Kraft, das Belebende. Die zwei hübschen Damen und ihre drei Männer versprühen dies in jedem Fall. (bb) Wer zudem noch PGMG-untypischen Klängen lauschen möchte, die Peter Quirk und Derek Fudesco (im Übrigen Mitbegründer der Murder City Devils) abends am heimischen Lagerfeuer aufgenommen haben, folge dem Link "The Cave Singers".

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