Mole City

Mole City

Quasi

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Seit zwanzig Jahren stemmen sich Quasi aus Portland/Oregeon gegen den Mainstream: Sleater-Kinney-Gitarristin Janet Weiss und ihr Ex-Ehemann Sam Coomes veröffentlichen nun ein Doppelalbum mit 24 unbequemen Anti-Hymnen.

Quasi sind das Ex-Ehepaar Janet Weiss (Sleater-Kinney, Wild Flag) und Sam Coomes, nach dem Ausstieg von Bassistin Joanna Coomes in 2011 zum Duo geschrumpft.

Quasi existieren seit zwanzig Jahren und haben nicht nur eine Ehe überlebt, sondern auch viele musikalische Moden. „Mole City“, die neue Platte von Quasi, ist so unmodisch wie man im Jahr 2013 nur sein kann: ein Doppelalbum mit 24 Songs – schon die Formalia sind so sperrig, dass sie in keine Schublade passen wollen.

 

Und die Musik? Die ist so monolithisch, von trendigen Einflüssen unbeleckt und konsequent DIY, dass man den Hut davor ziehen muss. Weiss an der verzerrten Gitarre, Coomes an verschiedenen Tasteninstrumenten und Gesang, mehr Instrumente brauchen Quasi nicht in ihrem ganz eigenen Kosmos aus Blues, LoFi-Grunge, Prog- und Postrock. Die Songs auf „Mole City“ sind roh und unbehauen, traditionell und avantgardistisch, manchmal nur wenige Sekunden lang oder episch ausfasernd, erinnern mal an Thin Lizzy, dann wieder an Seelenverwandte wie Built To Spill oder ganz frühe Nirvana. Janet Weiss kann mit ihrer Gitarre schweinerockig losbratzen und feinziseliert gniedeln; Sam Coomes ist der weise Mann des Punkrockblues.

Stücke wie „You Can Stay But You Got To Go“, “Bedbug Town”, “Headshrinker” oder “Beyond The Return Of The Sun Of Nowhere” könnten beinah Hits sein, aber Quasi wollen keine Hits, sondern Hymnen. Anti-Hymnen für Outlaws, die “Ice cubes in the Sun”, wie ein anderer Track heißt. „Mole City“ hat Songbookcharakter – ein Manifest für Misfits.

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