Phiu

Quio - Phiu

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Berlin ist nicht nur Techno. Allmählich dürfte sich die überbordernde Kreativität der Advanced HipHop-Szene der Hauptstadt herumsprechen. Im weitesten Sinne lässt sich auch die junge Dame Quio dazu zählen, obwohl sie sich mit einem festen Trademark kaum zufrieden geben wird.

Die musikalische Nähe zu Künstlern wie Al Haca, Jahcoozi oder Tolcha ist unverkennbar. Dennoch ist Ina Rotter aka Quio definitiv nicht so leicht in diesen Topf zu werfen. Als Live-MC rappt und singt sie bei diversen Partys über Drum`n`Bass- und HipHop-Tracks. Ihr eigener Output ist allerdings weniger cluborientiert und durch die langjährige Zusammenarbeit mit Antye Greie aka AGF (Laub) und dem DJ-Duo Audiotaxi mittlerweile überaus ausgereift.
Das zweite Album "Phiu!" erschien Ende Oktober und es schlängelt sich herrlich unverkrampft an sämtlichen Genre-Assoziationen vorbei. Quio ist nicht klassisch HipHop, Grime, Dub, Electronica, Pop oder sonst etwas. Mit beinahe jugendlicher Frische und angenehm augenzwinkernder Attitüde schert sie den Konventionen aus, ohne das "Phiu!" zu experimentell und verschroben ausfällt. So vielseitig und perfekt arrangiert die Sounds, so eindrucksvoll variiert die Berlinerin ihre Stimme. Mal rappt sich mit sie schneller Zunge und eigentümlichen Slang, mal haucht sie bloss, um im nächsten Moment mit hellem Gesang zum großen Pop-Song auszuholen.
Ebenso breit ist die Gästeliste für das Album. Bei "So Loud" etwa singt die britische Shut-up-and-Dance-Legende Nicolette einen Teil des Refrains. Unabhängig von diesen Verzweigungen nach außen, ist Quio zweifelsohne eine der spannendsten Female-MCs in diesem erweiterte Underground-HipHop-Bereich.
Jens Wollweber / Tonspion.de

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