Pe'ahi

Pe'ahi

The Raveonettes

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Boom, da war es da! Das neue Album der Raveonettes wurde ohne Vorankündigung vergangene Woche veröffentlicht. Wie man das als hipper Internet-Künstler halt so macht. Musikalisch fasziniert die Raveonettes aber weiterhin die späten 80er.

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Einmal mehr vermählen Sune Rose Wagner und Sharin Foo freundliche Melodien mit Gitarrenlärm und haben ein Album gemacht, das so nur in Los Angeles entstehen konnte. Inspriert wurde "Pe'ahi" von der Surfkultur der Westküste und die rauschenden Gitarrenamps klingen tatsächlich wie haushohe Wellen, auf denen die Songs der Raveonettes reiten. "Pe'ahi" ist ein Strand an der Nordküste von Maui/Hawaii, an dem es besonders gute Surfspots gibt und an dem sich regelmäßig auch Drogensüchtige aufhalten, ein Ort, an dem sich Leben und Tod begegnen. 

"Das Album ist ein riesiger Sprung nach vorne für uns, sowohl klangtechnisch als auch musikalisch. Wir haben jeden Song mit einer anderen Idee umgesetzt, Chöre, Harmonika, digitales Rauschen, rhythmische Wechsel. Ein sehr wichtiges Element des Albums ist, dass jeder Song aus mehreren Parts besteht, nicht nur das übliche Strophe-Refrain-Strophe", so The Raveonettes über ihr neues Album. 

Man kann dem dänischen Duo die Begeisterung über ihr eigenes Schaffen anhören und sie können auch stolz darauf sein: was sie in vier Monaten Arbeit wie im Rausch aufgenommen haben klingt völlig eigenständig, nicht unbedingt neu, eher vertraut, wie aus einer fernen Vergangenheit zufällig in die Gegenwart geweht. Aus einer Zeit in der verfremdete Gitarren, verhallt-verträumter Gesang und leise abgemischtes Schlagzeug noch der Sound der Stunde waren. Als Bands wie My Bloody Valentine oder die Stone Roses in England einen neuen gefeierten Stil kreierten, der kurze Zeit später durch die Techno-Revolution und den Durchbruch der rein elektronischen, beatlastigen Musik wieder von der Bildfläche verschwand. 

Wer sich "Pe'ahi" anhören will, sollte das nicht an seinen Notebook-Boxen tun, dafür ist das vielschichtige Album nicht gemacht, ohne anständige Anlage oder Kopfhörer geht hier (wie eigentlich immer bei nicht fürs Radio gemachter Musik) gar nichts. Mit "Kill!" (Killertrack!) und der Überhymne "Summer Ends" kommen die Highlights erst ganz zum Schluss, aber "Pe'ahi" hat definitiv mehrere Durchläufe verdient. Surfen lernt man schließlich auch nicht in fünf Minuten.

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