Out Of Time

Out Of Time

R.E.M.

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Als R.E.M. mit ihrer Single "Losing My Religion" im Jahr 1991 durch die Decke gingen, waren sie schon zehn Jahre im Musikgeschäft unterwegs, hatten sechs Alben veröffentlicht und sich einen gewissen Namen erspielt. Doch "Out Of Time" veränderte alles.

Gefragt, ob sie den unglaublichen Erfolg von "Out Of Time" vorhersehen konnten, sind sich R.E.M. einig: nein, auf gar keinen Fall. Erst als sie mit eigenen Augen sahen, wie die Menschen bereits bei den ersten Takten von "Losing My Religion" die Tanzfläche stürmten, obwohl der Song doch eigentlich völlig untanzbar sei, wussten sie, dass etwas besonders passiert ist.

Die erste Single-Auskopplung von "Out Of Time" wurde in kurzer Zeit zur Hymne und selbst Mainstream-Radiostationen begannen den Song dieser politisch engagierten College-Rockband aus Athens, Georgia zu spielen. 

Zuvor hatten R.E.M bereits Songs geschrieben, die in Indierock-Discos weltweit rauf und runterliefen. Songs wie "The One I Love", "Orange Crush" oder "It’s the End of the World as We Know It (And I Feel Fine)" zeigten bereits Jahre zuvor, dass die Band ein Händchen für eingängige Popmusik hatte und trotzdem ihren völlig eigenen Stil pflegte. 

Auf "Out Of Time" verlagerten sich R.E.M. auf akustische Instrumente und trugen damit auch zum Erfolg des Formats "MTV unplugged" wesentlich bei. Plötzlich wollten alle ihre Gitarre ausstöpseln und einfach mit Mandolinen, Streichern und Chören Musik machen.

Mit dem Album wurden R.E.M. die vermutlich unglamourösesten Superstars aller Zeiten, womit die Band lange Zeit zu kämpfen hatte, denn sie fühlten sich in der Rolle nicht wohl und auch Michael Stipe musste sich lange daran gewöhnen, dass jeder plötzlich sein Gesicht kannte und er überall bevorzugt behandelt wurde.

Nach "Losing My Religion" stürmten auch die Singles "Shiny Happy People" und "Radiosong" die Charts, dabei war die Produktion für Sänger Michael Stipe alles andere als einfach, wie er bei der Pressekonferenz zum 25. Jubiläum des Albums sagte.

Er bekam die fertigen Instrumentals und sollte darauf singen, was ihm nach eigener Aussage extrem schwer fiel. Erst als er realisierte, dass sein Gitarrist Peter Buck ihm viele kleine Melodien in die Musik hinein komponiert hatte, an denen er sich entlang hangeln konnte, wurden die Songs zu dem, was sie bis heute sind. In der soeben erschienenen Neuauflage des Albums sind Demos enthalten, die zeigen, wie sich die Songs mit der Zeit bis zur finalen Version verändert haben. 

"Out Of Time" wurde 1992 mit einem Grammy für das beste Alternative Album ausgezeichnet und verkaufte über 18 Millionen Exemplare weltweit und legte die Grundlage für eine einzigartige Karriere, die sie 2011 einvernehmlich beendeten. Eine Reunion schloss die Band später kategorisch aus und nach den großen Erfolgen, die R.E.M. feiern durften, kann man wohl auch ausschließen, dass sie nur des Geldes wegen nochmal auf Tour gehen. 

Tracklisting R.E.M. - "Out Of Time" (1991)

"Radio Song" (feat. KRS-One) – 4:12

"Losing My Religion" – 4:26

"Low" – 4:55

"Near Wild Heaven" – 3:17

"Endgame" – 3:48

"Shiny Happy People" – 3:44

"Belong" – 4:03

"Half a World Away" – 3:26

"Texarkana" – 3:36

"Country Feedback" – 4:07

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