Rhye Blood

Blood

RHYE

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Geschmackssicherer Zeitlupen-Pop, der in seinen samtigsten Momenten an Sade erinnert und in seinen kühlsten an The XX: Das kanadische Projekt Rhye klingt auf “Blood” verletzlich und verlockend zugleich.

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Die schwarz-weiße Cover-Ästhetik erinnert mit der abgebildeten nackten Frau am Strand an das enigmatische “Wicked Games”-Video von Chris Isaak, weitere Erinnerungen an die von Helmut Newton fotografierten Supermodels der Neunziger Jahre werden evoziert und die sinnliche Stimme auf „Blood“ passt perfekt zur stilsicheren Elektro-Pop-Oberfläche Rhyes. Doch es gibt einen doppelten Boden, denn die geheimnisvolle Sängerin ist gar keine, sondern Sänger Mike Milosh, der mit mystisch schönem Gesang die Geschlechterrollen in Frage stellt.

Video: Count To Five

Während manche Songs mit Bass und Bläsern ausgestattet werden, sind andere zärtliche R&B- oder Soulstücke und Synthies wie Streicher sorgen für ein unaufhörliches Gefühl der Entspanntheit und des Dahinfließens. Rhyes Musik ist gemacht für Liebende: Sinnlich, sexy und soft. Da erscheint es schon fast zu viel des Guten, dass man das neue Album auch im Paket mit einer Duftkerze kaufen kann. Die Angst, dem Sound zu einer Parfüm-Werbung zuhören zu müssen, ist aber unbegründet, denn es werden immer wieder Abgründe in Slow-Core-Gefilde ausgelotet und Ausbrüche in funkige Regionen gestartet.

Tracklist:

01. Waste
02. Taste
03. Feel Your Weight
04. Please
05. Count to Five
06. Song for You
07. Blood Knows
08. Stay Safe
09. Phoenix
10. Softly
11. Sinful

Tourdaten:

30.03. Berlin – Funkhaus
31.03. Hamburg – Gruenspan

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