Royal Bangs - Brother (live):

Artist: 

Wenn der Postmann klingelt, heißt das meist nichts Gutes: Entweder gibt es einen zu quittierender Straßzettel oder ein Paket mit Unhörbarkeiten, das nicht mehr durch den Briefschlitz passt. An jenem Tag war aber alles anders. Er hatte nur ein großes flaches Päckchen, eine Vinylscheibe in der Hand. Während mittlerweile ein Großteil neuer Platten nur noch in Auszügen und auf kompliziert gesichertem Onlinewege an die Presse rausgehen, stellen sich Royal Bangs auf Platte vor. Erfrischend anders.

Das dieser Tage hierzulande via City Slang und im Mai 2008 bereits in den USA veröffentlichte Debüt erschien in Übersee auf Audio Eagle Records, dem Label von Patrick Carney von den Black Keys. Das passt, denn "We Breed Champions" rockt nicht selten so wie eben jene Band, scheppert gern wie Modest Mouse in guten Zeiten, ist lässig wie Pavement und umwerfend wie Broken Social Scene in ihren erhellenden Momenten. Da kommen Gitarren, die mit allem was sie tun, im Ohr hängen bleiben, Doppeldrums, die mitreißen und partout nicht still stehen lassen und Vocals, die zum Mitschreien zwingen. Eine Band, die so viel unprätentiösen Wumms hat, dass man vom Glauben abfällt. Das will man gleich noch einmal hören, das will man sofort live sehen. Das ist nicht gewöhnlich. Das ist wirklich wirklich gut.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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