King Night

King Night

Salem

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Witch House, Drag oder Zombie Rave – seit einiger Zeit machen zu ätherischen Soundflächen dröhnende Hip-Hop-Beats die Runde in den Blogs. Salem gelten als die Wegbereiter des runtergepitchten Geistersounds, und sind die ersten, die ein Album veröffentlichen.

Salem, damit ist im Falle des Trios John Holland, Heather Marlatt und Jack Donoghue ganz sicher nicht das Eliteinternat am malerischen Bodensee gemeint. Schon eher finden sie sich wohl in Stephen Kings brennendem Salem gut aufgehoben. Ihre Mischung aus Beats, zu denen sonst Südstaaten-Rapper im Hustensaft-Rausch ihre Raps bellen, und abgewrackt düstereren Soundscapes entwickelt eine eigenartige Sogwirkung. Durchaus vergleichbar mit dem ambivalenten Vergnügen, das einem Horrorfilme bereiten.

Denn unter der morbiden, basslastigen Oberfläche verstecken Salem eine Sehnsucht nach versöhnlichen Tönen. Melodien schleichen sich aus dem Hinterhalt an den Mann oder die Frau am Mikro heran, die sowieso nur unverständliches Zeug brabbeln, brechen chorale Gesänge die morbiden Sounds auf. Ob das reicht, um die Zukunft der Musik zu retten? Eher nicht, aber ein neuer, ästhetischer Ansatz ist Witch House allemal und „King Night“ von Salem eines der Alben, die von diesem Jahr bleiben werden.

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