Sampha - Process

Sampha - Process

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Er lieh sein Gesangs-, Produktions- und Kompositionstalent schon SBTRKT, Drake, Beyoncé, Kanye West oder Frank Ocean. Jetzt erzählt der 28-jährige Londoner Sampha auf "Process" auf beeindruckende Weise seine eigene Geschichte.

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Es wird dem Londoner Sampha nicht gerecht ihn in der Schublade "Newcomer" abzulegen. Dafür ist schon zu lange im Geschäft. Er schrieb, sang und produzierte für schwindelerregende Namen im Pop-Business. Da scheint der Weg vorgezeichnet. Aber es ist dann doch immer noch was anderes ohne dem großen Schatten anderer zu bestehen.

Dementsprechend muss man auch an dieses Album herangehen: Hier ist er nicht mehr nur Featuring-Partner und Stimmgeber für den Mist, der im Notfall sonst noch auf andere abzuwälzen war. Der Londoner wird seit Jahren als das große Ding im R&B gehandelt und wie bereits die ersten Hörporben vorab beweisen, nicht zu Unrecht. Weniger die vorab erschiene, wahnsinnig intime Pianoballade "(No One Knows Me) Like The Piano" zeugt dabei von Samphas überbordenden Fähigkeiten. Eine nette Pianoline reicht da nicht aus, um sein ganzes Können zum Vorschein zu bringen. Singen kann der Gute so intensiv und gefühlvoll, dass so ein Song wohl eine seiner leichtesten Übungen ist. Vielleicht aber auch seine schwerste, ist dieser Song seiner im letzten Jahr verstorbenen Mutter gewidmet.

Schon mehr ist da die erste offizielle Single "Blood On Me" ein vor allem produktionstechnischer Gradmesser. Tiefer Bass, ein etwas willkürlich und dennoch wahnsinnig catchy Drum-Loop-Part zieht sich durch. In allen Strophen liegen zwei Gesangsspuren übereinander, in der Bridge sogar deren drei, und das ohne annähernd überladen zu wirken.

Und gleich die nächste Nummer "Korea Sings" macht da weiter. Hier trifft große Gesangs- auf überragende Produktionskunst. Ist "Blood On Me" aber rein strukturell noch etwas vorhersehbar überrascht "Korea Sings" mit Tempowechseln und einer ungewöhnlich faszinierenden Songstruktur. Da hat sich jemand ausreichend Zeit gelassen seinen eigenen Sound, seine eigene musikalische Persönlichkeit zu entwickeln, zu formen und schlichtweg zu perfektionieren. "Korea Sings" ist ein Meisterstück.

“I wasn’t into expressing my realities. It was always that imaginative thing. The feeling the sound of music gave me…”

Neben dieser ganzen Detailversessenheit weiß Sampha Geschichten zu erzählen. Dass die im Kern teilweise einen ziemlich intimen und persönlichen Background haben ist nicht ganz ungefährlich, macht "Process" aber umso authentischer. 

Die zehn Songs sind eine Achterbahn, die lediglich aus Höhen und gar nicht so selten auftauchenden Gipfeln zu bestehen scheint. Zu keinem Zeitpunkt wird das Gefühl erweckt, einen Lückenfüller, einen schlichtweg mittelmäßigen Song vorgesetzt zu bekommen. Kurzum: Das Debütalbum des Londoners zeigt, was Popmusik mit ein paar feinen Zutaten aus Soul und R&B, gepaart mit einem wahnsinnigen Talent für ausgeklügelte Produktionen zu leisten imstande ist.

"Process" von Sampha erscheint am 3. Februar 2017 über Young Turks.

Verlosung: Wir hauen zwei Exemplare des Debütalbums von Sampha raus. Schreibt uns einfach eine Mail mit dem Betreff "Sampha". Einsendeschluss ist der 10. Februar 2017.

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