Schrottism

Schrottism

Schrottgrenze

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Seit 1994 kann man von bandinternen Umbesetzungen, Neustrukturierungen und Interimsmitspielern in steter Regelmäßigkeit aus dem Hause Schrottgrenze berichten. Der grobe Status Quo der Ex-Peiner heute: Quartett, Hamburg und Album Nr. 6.

Spätestens seit dem letzten Jahr sind die Wellen aus dem „Chateau Schrottgrenze” über die Jugendzentrenmauern hinaus geschnellt. Das fünfte Album war nämlich zugleich das Debüt bei Motor und bescherte der Band um Songwriter Alex Tsitsigias die bis dato größte Aufmerksamkeit hierzulande. Aber irgendwie währte das alles nur kurz. Warum? Vielleicht, weil man weder Pop-Fisch noch Punk-Fleisch war.

Nun kehren sie also zurück in die mediale Aufmerksamkeit und landen wieder straight zwischen den Stühlen. Dort häufen Schrottgrenze ihren Diskurs-Pop, Spaß-Funk, Deutsch-Rock, ihre Polit-Punk-Attitüden und zuweilen hochgestochenen Feingeistigkeiten an. Trotz knapp 13 Jahren Schrottgrenze- Schaffens wirkt „Schrottism“ wie ein weiterer Spagatversuch, der das Markante im Gesicht vermissen lässt, welches sie abgrenzen und besonders machen könnte.

Das musikalische Potpourri hat mit “Judas Maxi Priest” und “Achtundzwanzig” seine Rosinen gleich zu Anfang der Hamburger Allerlei angerichtet. Aber deshalb im Infosheet von der „Platte, die Schrottgrenze in den Kosmos der großen deutschen Rockbands befördern wird”, zu schreiben, ist ganz schön mutig. Vielleicht lässt man deshalb auch bewusst offen, welche Bands diesen Kosmos bevölkern. Wie dem auch sei: so gesichtslos wie das Cover es vermuten lässt, ist das Album dann aber doch nicht.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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