Night Work

Night Work

Scissor Sisters

Redaktionswertung: 
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sehr gut

Nach ihrem großen Durchbruch mit "I Don't Feel Like Dancing", der sie 2006 von den kleinen Clubs direkt in die Top 10 und zu "Wetten, dass...?" führte, lassen die New Yorker Scissor Sisters nun Album Nummer 3 folgen.

Die Band um Sänger Jake Shears macht auf "Night Work" den Schritt von den Disco-70ern zum Electropop der 80er. Nicht ganz unschuldig daran dürfte ihr neuer Produzent Stuart Price von Zoot Woman sein, der auch schon für Madonna oder die Killers gearbeitet hat und ihnen ein schickes Retro-Sounddesign verpasst hat. Der erste im Internet verbreitete Song "Invisible Light" klingt wie ein Bastard aus Frankie Goes To Hollywood und Sylvester. Auf Albumlänge verstärkt sich der Eindruck, dass man sich für Night Work eher von Bronski Beat und Human League als von T-Rex und Pink Floyd inspirieren ließ.

Nach Aussage von Jake Shears, der im letzten Jahr drei Monate in Berlin gelebt hat, sind die meisten Texte nicht jugendfrei. Schuld daran waren wohl die exzessiven Clubnächte und Sex-Parties, die der offen schwule Frontmann in dieser Zeit regelmäßig besuchte: "Wenn ich mir die Songs anhöre, dann denke ich 'Es gibt keine andere Band, die mit so etwas ungestraft davon käme'. Es ist eine ziemlich verdorbene Platte – sogar was unseren Standard anbelangt." Kein Wunder, dass die Sisters in ihrer prüden Heimat USA trotz ihres unbestreitbaren Hitpotenzials so gut wie nicht im Radio gespielt werden: selbst ihr Nummer 1-Hit, den sie gemeinsam mit Altmeister Elton John eingespielt hatten, hatte es dort nicht einmal in die Top 100 geschafft.

"Night Work" von Scissor Sisters erschien am 25. Juni 2010. Das unmissverständliche Covermotiv aus dem Jahr 1980 stammt von Fotografen-Legende Robert Mapplethorpe.

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