I Sing I Swim

I Sing I Swim

Seabear

Redaktionswertung: 
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schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Das ist es nun, das Debüt dieses mehrköpfigen Soloprojektes, das weder nach Island, noch nach Morr klingt. Denn Seabear klingt einfach nur so, wie man sich einen Seebären vorstellt.

Im Zentrum von Seabear weilt der Mitzwanziger Sindri Már Sigfússon, der um sich herum ganz viel Musik und verschiedenartige Musiker schart. Mitglieder von Múm, Livemusiker von Sigur Rós und Benni Hemm Hemm-Bekannte haben mitgeholfen, um dieses Debüt mit dem schönen Namen „The Ghost That Carried Us Away“ so leicht und locker klingen zu lassen. Je mehr Leute, dachte man sich, desto weniger Mikrofone braucht man, um es gemütlich klingen zu lassen. Entstanden ist ein Lo-Fi-Album, das weniger sphärisch klingt, als man es aus Reykjavik und Umgebung gewohnt ist, sich dafür aber zwischen Maritime und Elliott Smith seinen Platz warm gehalten hat. Denn das, was die EP "Singing Arc" bereits ankündigte, bestätigt nun das neue Album: hier geht es folkig, poppig und ruhig zu, wie es ein Sufjan Stevens gerne mag. Eher untypisch für stereotype Morr-Releases, macht dieser Umstand das Ganze wiederum sehr interessant, denn: was mag das sonst doch eher elektronisch-avantgardistisch ausgerichtete Berliner Label an diesem Trio gefressen haben? Vermutlich war es diese strahlende Wärme nordischer Geruhsamkeit und diese Schönheit im zurückgelehnt Romantischen, die Morr Music umgarnten und bezirzten. Denn damit überzeugt dieses Album, das klingt, wie ein Seebär sein muss: kuschelig, genüsslich und gemütlich. (bb)

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