The Shins "Heartworms" Artwork

Heartworms

The Shins

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

2005 sagte Natalie Portman in “Garden State”: “Das musst du hören – dieser Song wird dein Leben verändern”. Sie sprach von The Shins. Sie hatte recht. Aber das ist lange her.

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In James Mercers Brust wohnen zwei Seelen: Auf der einen Seite ist da der Songwriter, der uns einst Indie-Hymen wie “New Slang” brachte und Zach Braffs Emo-Filme, tatsächlich noch etwas mehr Emo machen konnte. Auf der anderen Seite steht der Produzent, der 2001 in Mercers Wohnzimmer zwar mit begrenzten Mitteln ein geniales Album aufnahm, 16 Jahre später aber scheinbar vor lauter teurem Spielzeug und Erfolg die Übersicht verloren hat.

Vor der Arbeit an “Heartworms” trennte sich Mercer, wie schon bei seiner letzten Platte, von seiner gesamten Band. Er wolle die kreative Kontrolle zurück. Er möchte steuern können, was The Shins sind. Wobei "steuern" und "Kontrolle" zwei Wörter sind, die so gar nicht zur Musik von dieser Band passen wollen. Dementsprechend kühl und distanziert wirkt das Ergebnis.

In guten Momenten klingt "Heartworms" nach einer erwachsenen Version der melancholischen Indie-Rocker die The Shins mal waren. In Schlechten wirkt die Platte eher wie ein schizophrenes Ringen zwischen “zurück zum Ursprung” und “alles muss neu”. In der Mitte von beidem steht ein Mercer, der bemüht ist, souverän zu wirken und dabei oft die letzte reale Emotion aus dem Bild drängt.

Und so kommt auch bei seinem fünften Album ein wenig Wehmut auf. Nur leider nicht mehr dank, sondern wegen der Musik. Denn natürlich ist Mercer nach wie vor ein grandioser Songwriter. Das beweist er in Songs wie “Fantasy Island”. Aber hätte er doch nur die Regler ruhen lassen. 

Dann würde uns vielleicht das ganze Album träumen lassen, wie es “So Now What” tut – der einzige Track, den Mercer nicht selbst produziert hat. Dann hätte Zach Braff endlich wieder einen Grund einen Film mit absurd gutem Soundtrack zu machen. Dann könnte eine junge Schauspielerin uns wieder Stolz von ihrer Entdeckung berichten. Naja, vielleicht beim nächsten Mal.

Tourdaten – The Shins:

  • 28.03. - Paris, FR - Le Trianon
  • 29.03 - London, UK - Apollo Hammersmith
  • 30.03 - Amsterdam, NL - Paradiso

"Heartworms" erscheint am 10.03.2017 auf ​Aural Apothecary / Columbia

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