Unpatterns

Unpatterns

Simian Mobile Disco

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Simian Mobile Disco haben entschlackt. „Unpatterns“ tauscht die Star gespickte Gästeliste von „Temporary Pleasure“ gegen das Klanglabor der beiden Analogsynthie-Fetischisten ein. Dazu gibt es abstrakte Videos mit geometrischen Formen, als wollten James Ford und Jas Shaw sich mit aller Deutlichkeit von jeglichem Firlefanz distanzieren.

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Wahrscheinlich wäre es für Simian Mobile Disco einfacher gewesen, „Temporary Pleasure 2.0“ zu produzieren. Ein paar Anrufe, ein paar Emails mit Audiodateien ausgetauscht - fertig! Offenbar waren Shaw und Ford von „Temporary Pleasure“ aber ebenso wenig überzeugt, wie ich von ihrer Rolle als Dirigenten und Produzenten ihrer selbst. Davon sollen besser andere profitieren...

Dass sie dabei einiges an Eingängigkeit und Rockstar-Potential eingebüßt haben, nehmen Ford und Shaw wohl nur zu gerne in Kauf. Denn „Unpatterns“ klingt erstmals so, als müssten Simian Mobile Disco nicht als Aushängeschild einer Strömung herhalten, mit der sie sich nicht identifizieren. „Unpatterns“ knarzt nicht mehr so hibbelig wie „Attack Decay Sustain Release“ und geht nicht als Indie-meets-Electro-Allstar-Parade durch. Das neue Album ist spröde und ein bisschen eigenbrötlerisch; ist wie ein Privatmuseum für seltene Synthesizer, in dem Shaw und Ford nur nach außen hin die missmutigen Wärter geben. Man muss noch nicht einmal besonders nett fragen, wozu all die ganzen Knöpfe an ihren Geräten da sind, damit die beiden ihren Maschinenpark anwerfen und zu zwei Mad Scientists des Electro mutieren.

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