Mars

Sinkane - Mars

Redaktionswertung: 
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Ahmed Gallab ist der favourite drummer der Indieszene Brooklyns. Gallab war mit Caribou auf Tour, spielte mit Of Montreal live und verstärkte Yeasayer auf der Bühne. Als Sinkane veröffentlicht der Multi-Instrumentalist Gallab inzwischen sein drittes Album.

In Brooklyn gestrandet, ist der „Mars“ für den gebürtigen Sudanesen Gallab so etwas wie sein persönlicher Zufluchtsort. Er knüpft damit an Afrofuturisten wie Sun Ra an, der die Afro-Amerikaner als Aliens verstand, die auf der Erde gestrandet sind. In beiden Fällen ist der „Mars“ weit genug weg von dieser Welt, um darauf alles zu projizieren, was man vermisst. Und so reichen sich auf „Mars“ die Polyrhythmik Afrikas und unbestechlicher Disco-Groove die Hand, treffen wehmütige Surfgitarren aus den 50er Jahren auf die Talk-Box der 70er Jahre.

Dabei lässt Sinkanes Produktion genug Luft, damit sich innerhalb der Tracks Tanzbarkeit und Pop-Appeal nicht ausschließen müssen, wehmütige Songs trotzdem glücklich machen. Die Anziehungskraft von „Mars“ ist dabei nicht durchgängig so groß wie im Opener „Runnin“ oder bei „Jeeper Creeper“, trotzdem ist „Mars“ eines der außergewöhnlichsten Alben, die man dieses Jahr zu hören bekommt: Sexy, verspielt und absolut offen im Umgang mit musikalischen Vorbildern. Miles Davis und Joe Zawinul dürften am Titelsong jedenfalls ihre helle Freude haben – hätten die beiden nicht längst ihre eigene Reise Richtung Ewigkeit unternommen.

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