SoKo

Soko (Presspic 2020 Foto: Artist)

Wie soll man über die Biografie einer Frau schreiben, die von sich selbst sagt: "Ich hab' überhaupt kein Leben". Die französische Sängerin und Schauspielerin SoKo stapelt hier allerdings gewaltig tief, denn ihr künstlerisches Leben ist enorm vielfältig. 2020 veröffentlicht sie mit "Feel Feelings" ihr drittes Album.

Nach fünf Jahren Pause, erscheint 2020 also der Drittling "Feel Feelings" von SoKo, auf dem sie selbsttherapeutisch Gefühle zu ergründen versucht. Vorbote zum Werk ist ein psychedelischer Kurzfilm zum Song "Are You A Magician?" unter der Regie von der US-Filmemacherin Gia Coppola ("Palo Alto"), die Enkelin von Francis Ford Coppola und Nichte von Sofia Coppola.

SoKo selbst erklärt das Konzept zum Clip so: "Ich stellte mir eine viktorianische Gothic-Version von Sailor Moon vor, die ein paar Mal zu oft Kate Bush gehört hat." Und ja, auch musikalisch trifft diese Beschreibung auf den verspulten Dreampop, der mal folkig, mal punkig ist, perfekt.

Video: SoKo - Are You A Magician?

2007: Die als Stéphanie Alexandra Mina Sokolinski in Bourdeaux geborene SoKo tritt erstmals musikalisch in Erscheinung, denn ihr Song "I'll Kill Her" wird über die Social-Media-Plattform MySpace ein Hit in Dänemark und sie veröffentlicht mit "Not SoKute" ihre Debüt-EP.

Das Wortspiel hinter dem Titel ist Programm, denn hinter der niedlichen Fassade der Sängerin mit charmant französischem Akzent verbirgt sich eine punkige, experimentelle Attitüde und die Musik schwankt zischen düsterem Neo-Folk, experimtellem Indie-Rock und knisterndem Chanson.

Video: SoKo - I'll Kill Her

2012: Mit "I Thought I Was An Alien" erscheint das erste Studio-Album von SoKo, das sie mit dem Elliott-Smith-Produzenten Fritz Michaud aufnahm. Parallel spielt sie in vielen Filmen mit, für ihre Rolle in Xavier Giannolis Drama "Der Retter" erhielt sie 2010 eine César-Nominierung als Beste Nachwuchsdarstellerin. Beim Drehen fühlt sie sich laut eigener Aussage auch wesentlich wohler als im Musikbusiness, das ihr zu schaffen macht.

Dennoch tourt sie viel und tritt als Support unter anderem von Kate Nash, Nouvelle Vague, Babyshambles oder Daniel Johnston auf: Live ist sie unvorhersehbar, benutzt keine Set-Lists und ihre Band besteht immer aus unterschiedlichen Musikern. So individuell ihr musikalisches Auftreten, so auch ihr Privatleben. Die vegane Künstlerin bezeichnet sich - wie Janelle Monae beispielsweise auch - als pansexuell und erklärt: 

"Ich war immer offen für meine Sexualität, was bedeutet, dass mir 'Gender' nicht wirklich wichtig ist."

Im November 2018 wird SoKo Mutter eines Sohnes, dem sie den exzentrischen Namen Indigo Blue Honey (nach einem Song der Band The Clean) gibt.

2015 erscheint das hochgelobte zweite Album "My Dreams Dictate My Reality", auf dem sie ihren morbiden Folk-Stücken eine frische Brise New Wave einhaucht, The Cure bezeichnet sie als eine ihrer größten musikalischen Einflüsse neben Talking Heads, The Smiths oder Suicide.

Den Achtzigerjahren huldigt sie zudem mit ihrem großartigen hypnotischen Cover des Duran-Duran-Hits "Girls On Film" auf dem Tribute-Sampler "Making Patterns Rhyme":

Video: SoKo - Girls On Film

2020: Das dritte Album "Feel Feelings" von SoKo erscheint, für die neuen Songs zog sie sich in eine einwöchige Klausur zurück, wo sie sich ohne Fernsehen, andere Musik und Medien völlig auf die Erkundung ihrer Gefühle begab. Eine Erkenntnis daraus lautet: "Being Sad Is Not A Crime" - und so heißt auch die erste Single aus dem Album.

Diskografie SoKo:

2007: Not SoKute (EP)

2012: I Thought I Was an Alien

2015: My Dreams Dictate My Reality

2020: Feel Feelings

Letzte Änderung: 26.05.2020