Rather Ripped

Sonic Youth - Rather Ripped

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Auch Noise-Rebellen werden älter und zahmer. Diesem Lebensmotto folgen Sonic Youth seit einigen Alben, was ihnen aber irgendwie auch ganz gut zu Gesicht steht. Verlässlich lässig, unterspannt und warm.

Download & Stream: 

Würde man ihnen heute den kontrollierten Noise, den jugendlichen Rotz und den grungig-schiefen Charme noch abnehmen? Es handelt sich hier mittlerweile um eine Band von Mittvierzigern, die die Musikwelt seit einem viertel Jahrhundert mitgeformt hat. Und das nicht zu knapp. Fast vier Hände voll Alben haben sie veröffentlicht und den ein oder anderen Meilenstein dabei am Wegesrand abgestellt. Beste Beispiele dafür: „Daydream Nation“ von 1988 und „Dirty“ aus dem Jahre 1992. Ein Knallersong reiht sich an den nächsten, die Experimentierfreudigkeit weiß sich (größtenteils) perfekt mit der Hörbarkeit zu arrangieren und die Musikerwelt hatte wieder neue Quellen der Inspiration gefunden. Vom Hocker reist „Incinerate“ vom just erschienenen Album „Rather Ripped“ nicht sofort, aber es kommt charmant und unhipp ins Ohr gesäuselt. Vielleicht ist dies ihr Abschiedsalbum, man weiß es nicht. Ernsthaft wehtun dürfte das keinem, denn die musikalischen Hochzeiten Sonic Youths liegen in der Vergangenheit – aber diese eben auch für immer und ewig. Sonic Youth haben Musikgeschichte geformt und zelebrieren ihren musikalischen Lebensabend nun mit „Rather Rippped“. Auf sie ist Verlass, aber großartige Überraschungen darf man hier nicht mehr erwarten. (bb)

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