Pull The Pin

Pull The Pin

Stereophonics

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Fünf Alben in zehn Jahren, vier davon auf Platz eins der britischen Charts. Die Stereophonics haben den Dreh raus, trotzdem käme wohl kaum jemand auf die Idee, die Waliser zu den prägenden englischen Bands der letzten Dekade zu zählen. Woran liegt´s?

Sicher nicht am mangelnden Songwriting. Schon eher an der Außendarstellung. "Mr. Writer", ihre Abrechnung mit dem britischen Popjournalismus a la NME und Co., hat ihre Außendarstellung nicht gerade verbessert. Vielleicht liegt es aber auch an ihrem mangelnden Engagement in Sachen Rock`n`Roll abseits der Konzertbühnen. Sänger Kelly Jones muss seine rauhe Stimme in die Wiege gelegt bekommen haben, ein Frontmann der soviel "Kleine Jungen"-Charme verströmt und immer ein Lächeln auf den Lippen hat, nimmt man den Rock`n`Roller einfach nicht so richtig ab. Dazu passt ihr Arbeitsethos, jahrelang drehte die Band klaglos Runde um Runde im Album-Tour-Album-Tour-Karussell ohne zwischendurch durchzudrehen. Lediglich Schlagzeuger Stuart Cable ging verloren und wurde durch einen Argentinier ersetzt (Angesichts des doch eher angespannten Verhältnisses zwischen Argentinien und dem UK die vielleicht provokanteste Entscheidung, die die Stereophonics in ihrer Karriere bisher getroffen haben). Passend dazu singen die Stereophonics auf der Vorab-MP3 "Bank Holiday Monday" ihres im September erscheinenden Albums "Pull The Pin" das Hohelied auf jene Feiertage, an denen sich große Teile der britischen Bevölkerung im Pub Richtung Vollrausch trinken. Von "Champagne Supernovas" ist hier weit und breit keine Spur. Dafür gibt’s wie immer soliden Rock, ebenso unglamourös wie unprätentiös. Muss auch mal sein. (fs)

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